Uranus.
§. 123. (Huvgeus Meinungen über die Bewohner der Planeten.) Dieß
hat aber Huygens ich seinem bekannten Casmotfteoro«, wenigstens indem ersten Theile deßelben, gethan, und er hat darin an dem CardinalCusa, an dem unglücklichen Bruno und selbst an Kepler, in des Letzte-ren 8ommnnt n.^ti«»n'nni<niin, schon Vorgänger gehabt, dessen Fußstapfener nur verfolgen und weiter ausbilden durfte. So meint Huygens, daßauf allen diesen Welten, so verschieden sie auch von unserer Erde seynmögen, doch immer Wasser zu finden seyn muß, weil ohne dieses we-der vegetabilisches, noch animalisches Leben gedacht werden kann; einanderes Wasser übrigens, als das unsere, da dieses im Saturn gewißnur als Eis vorhanden seyn könnte, und da es im Merkur schon längstin Dampf verwandelt seyn würde. Wo aber eine solche Flüssigkeit ist,da müssen sich auch, wie er weiter glaubt, Pflanzen finden, die eben sowachsen, wie bei uns, indem sie mit ihren Wurzeln die Flüssigkeit desBodens, und mit ihren Blättern die der Luft einsaugen und verarbei-ten. Wo aber Pflanzen sind, werden auch Thiere seyn, die sich von die-sen Pflanzen nähren, und die da eben so wachsen und sich fortpflanzen,wie bei uns. Wo ferner Wasser ist, muß auch eine Atmosphäre seyn,weil jenes ohne die leyte schnell verdunsten und alle Meere und Flügeaustrocknen würden. Diese Atmosphäre ist aber vielleicht bei manchenPlaneten gar sehr von der unsern verschieden, und sie ist etwa bei Jupi-ter so dicht, daß wir in derselben, wie in unserem Wasser, schon schwim-men könnten, daher die großen Streifen und die soliden Wolken, diewir auf der Oberfläche dieses Planeten bemerken. Mit diesem Allemnoch nicht zufrieden, läßt Huygens diese Welten nun auch von vernünf-tigen Geschöpfen bewohnt seyn, damit es auch dort Wesen gebe, dieüber die Wunder des Himmels nachdenken und die Größe des Schöpfersin seinen Werken verkündigen können. Denn wozu sollte der Mensch,dieses nimmer ruhende Ursachenthier, wie es Lichtenberg nennt, hieherverseyt worden seyn, oder warum sollte diese kleine Erde jenen größtenaller Vorzüge allein besitzen ? — Auch soll kein Zweifel seyn, daß derVerstand jener Leute ganz derselbe mit dem unsern ist, und daß, washier als wahr, als gerecht, als gut erkannt wird, auch dort dafür er-kannt werde, so wie, daß sie ganz dieselben Sinne Haben, wie wir.Denn, sagt er, wenn sie nun z. B. keine Augen hätten, wie sollten sieibr Futter suchen, ihre Freunde erkennen, ihre Feinde fliehen, undwarum sollte denn die Sonne über ihnen scheinen, wenn sie sie dochnicht sehen können und wenn sie bloß unter der Erde, wie unsere Maul-würfe und Regenwürmer, sich aufhalten? Er wendet sich zelbst ein, daß esvielleicht auf manchen dieser Planeten mehrere Gattungen vernünftiger We-sen geben könne, allein er findet bald, daß dieß der Weisheit der Naturnicht gemäß wäre, weil diese vernünftigen Thiere verschiedener Art sich durch-aus nicht vertragen und sehr bald einander aufreiben würden. Da ich esnicht wage, diese sonderbare Lobrede aus die Vernunft hier umständlich wie-der zu geben, so mag es hinreichen, nur den Grund dieser Unverträglich-keit mit den eigenen Worten des Verfaßers anzuführen: ßnin uempe, «ißlaru lorent euclem in^enii suAueitute, nooerk cleÜLreilt «ilst invicent!>«' ste z>o88k88idml>n8 et imperio inter se eenteiulei e, elreu nuneßuoßue üu'iunl iünu8 ft eczuenter, lieet uniu« Aeneris -stich ijiii in lerruime stominuntur. Demungeachtet nimmt er keinen Anstand, Gelehrtealler Art dort in Menge wachsen zu lassen, besonders aber Astronomen,an denen es auf jenen anderen Welten durchaus nicht fehlen darf. Da-durch will er aber andere Gattungen, die er wenigstens für eben so noth-wendig hält, nicht eben ausgeschlossen haben. So behauptet er, daß die
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