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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
354
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^ llliiuus. , tz. I2l- >22.

dem Pole ivohnt, so viel wird darauf ankommen, ob der Süd- oderNordländer ans jenem Planeten eben Frühling oder Sommer n. s. w.bat,, da dort die Jahreszeiten, wegen der großen Schiefe der Ekliptik,viel mehr von einander verschieden und viel schroffer von einander abge-sondert seyn müssen, als bei uns.

§. 121. (Bewohner des Uranus und der Planeten überhaupt.) WelcherArt die Bewohner eines Planeten seyn mögen, die ihre Sonne ?6t»malkleiner sehen, als wir; die selbst im Mittage noch, mit unsern Augenbetrachtet, im Finstern tappen; sich die grellsten Abwechslungen der Jah-reszeiten und vor Allem eine Kälte gefallen lassen müllen, die, ans un-serer Erde, allem Leben ein plötzliches Ende bereiten würde, dießmögen unsere Leser selbst untersuchen, wo sie dann auch vielleicht dieMittel finden werden, mit welchen sich die Leute im Uranus die Lange-weile ihrer zwei und vierzig unserer Jahre dauernden Nächte vertreiben.

Es ist ohne Zweifel Unrecht, die Zufriedenheit und das Wohlseynder Bewohner anderer Welten nach unseren Bedürfnissen abzumessen undsie sofort schon für unglücklich zu achten, weil wir uns, an ihre Stelleversetzt, nicht glücklich finden würden. Indeß sind wir gezwungen, wennwir von ihnen reden wollen, sie mit unseren Augen anzusehen und mitunserem eigenen Maßstabe zu messen. Ohne daher über ihr Schicksalabsprechen zu wollen, beschränken wir uns darauf, nur dasjenige zu be-trachten, was uns in den Verhältnissen treffen würde, denen sie ausge-setzt sind, in Verhältnißen, die sie, mit einer andern Organisation undmit ganz anderen Einrichtungen versehen, auch wohl wieder mit ganzandern Augen ansehen werden. Es hat aber auch nicht an Anderen ge-fehlt, und unter ihnen haben sich selbst berühmte Astronomen gefunden,die sich diesen Spekulationen mit einer Art von Vorliebe hingegeben ha-ben und die sich nicht damit begnügten, zu sehen, welchen Einfluß eineandere Einrichtung der Jahreszeiten, der Temperatur und Beleuchtungbei fremden Weltkörpern auf die Bewohner derselben, wenn sie im All-gemeinen uns ähnlich wären, hervorbringen würde, sondern die dieseSpiele ihrer Einbildungskraft oder ihre schwärmerischen Träume auchnoch auf die übrigen körperlichen sind geistigen Eigenschaften der Bewoh-ner jener Planeten fortgesetzt haben. Es mag uns, zum Schlüsse diesesGegenstandes erlaubt seyn, einige dieser Phantasien zur Erheiterung derLeser hier anzuführen.

§>. 122. (Wahrscheinlichkeit, daß die Planeten bewohnt sind.) Zuerstwollen wir bemerken, daß es allerdings sehr wahrscheinlich ist, daß auchjene Weltkörper mit Geschöpfen aller Art bedeckt sind und daß auch dortzahllose organische Wesen sich ihres Lebens erfreuen. Auf unserer Erdefinden wir jedes Sandkorn, jeden Wassertropfen belebt wie sollten sounermeßliche Kugeln ganz ohne Bewohner seyn! Auf unserer Erde fin-den wir ferner, nicht bloß bei den Thieren, wo die Abstufungen unend-lich sind, sondern selbst bei den Menschen, welche die verschiedenen Ge-genden der Erde bewohnen, bei dem Lappländer und dem Neger, sogroße Unterschiede wie sollten sie bei den Bewohnern des Merkurund des Uranus nickt noch viel größer seyn! Und warum sollte es einerlebhaften Einbildungskraft nicht gegönnt seyn, diese Unterschiede aufzu-suchen und sie denjenigen Verhältnißen, die wir von jenen Planetenkennen, so gut wir nun eben können, anzupassen? Vorausgesetzt, daßman bei den allgemeinen Bestimmuygen stehen bleibt, ohne sich übri-gens in das Detail der geistigen oder körperlichen Vorzüge einzulassen,die jene uns gänzlich unbekannten Geschöpfe vor uns haben, oder auchentbehren mögen.