§. "5. Saturn und sein Ring.
Kugel, durch n gehende Linie die beiden Ringflächen in vier Theileschneiden, deren Summe aber offenbar immer großer werden wird, jeweiter die Gesichtslinie von n nach l'ü rückt und in kli selbst ivird dieseSumme am größten seyn, also auch hier der Ring am hellsten erschei-nen. Von fk weiter gegen Lstr wird diese Summe abnehmen, und nahebei am kleinffen jeyn. Von da wird sie wieder wachsen und in ^selbst neuerdings einen größten Werth erhalten, wo also der Ring neuer-dings am hellsten, aber nicht ganz so hell wie in l'!-, erscheinen wird,weil die Summe der beleuchteten Theile der Gesichtslinie in offenbarkleiner, als in l'ü ist. Je weiter denn diese Gesichrslinien von gegeno noch wegrücken, desto kleiner wird dieser beleuchtete Theil derselben,bis er endlich an dem äußersten Rande <> des Ringes gänzlich verschwindet.
ES werden sich daher, die Ringe mögen rotiren oder nicht/und siemögen in der Gestalt der breitesten Ellipse oder auch in der einer gera-den Linie erscheinen, immer zwei Lichtknoten auf jeder Seite der Kugelzeigen, von welchen der hellere in der Richtung von sü und der minderhelle in der von seyn wird, und in diesen Stellen hat auch Schröterin der That seine vermeinten Berge beobachtet, während Herschel, mitseinen noch beffern Fernröhren, andere, wahre Erhöhungen auf der Ober-fläche des Ringes aufgefunden und dadurch die Rotation derselben derWahrheit gemäß bestimmt hat.
H. 115. (Anblick des Ringes vom Saturn aus gesehen.) Die Freunde desgestirnten Himmels, wie er uns von der Erde schon so schön erscheint,werden ihn ohne Zweifel für die Bewohner Saturns noch viel schönerdenken. Wenn der sanfte Schimmer des Mondes, der unsere Nächteso lieblich beleuchtet, den Beschauer schon zu erhabenen Betrachtungenbewegt, welche Genüsse wird er dort erwarten, wo der Sternenhimmelnicht minder reich an Schönheiten aller Art ist, wo noch überdies? siebenMonde das Dunkel der Nacht erhellen, und wo ein großer Ring, dersich gleich einem Strahlenbande um den ganzen Himmel schwingt, inimmer abwechselnden Stellungen die Aufmerksamkeit des staunendenBeobachters an sich ziehen muß.
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IZaricer.
Aber ich besorge sehr, daß unsere Dichter, wenn sie auf diesen Pla-neten versetzt werden sollten, sich sehr bald wieder zu uns zurückwünschenwürden. So sehr sie auch ihre kleine nächtliche Lampe lieben mögen, —die nicht viel kleinere Sonne, wie sie dort erscheint, und die matte Be-leuchtung derselben, die den hellsten Mittag Saturns nur unserer tief-sten Dämmerung gleich macht, würden ihnen wohl wenig behagen. Deräußerst schnelle Wechsel des Tages mit der Nacht, der Unterschied dieserbeiden Zeiten, der dort viel größer ist, als bei uns, und endlich die vierstreng von einander gesonderten Jahreszeiten, deren jede 7'/- unsererJahre, also dreißigmal länger, als bei uns, dauert, alle diese Verhält-nisse würden, wenigstens auf unsere vegetabile und animalische Weltohne Zweifel einen sehr ungünstigen Einfluß äußern, besonders wennwir die von dem Aequator Saturns entfernten Gegenden bewohnenmüßten, da bei weitem der größte Theil einer jeden Hemisphäre diesesPlaneten, zur Zeit seines Winters, durch volle vierzehn unserer Jahre inder Finsterniß der Nacht begraben bleibt.