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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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348
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3^8 Saturn und sein Ring. . §. 1^4.

So viel aber auch diese Beobachtungen für sich zu haben schienen,und so groß das Vertrauen war, das man mit Recht in die selteneGeschieklichkeit und die trefflichen Mittel, die dem Lilienthaler Beobach-ter zu Gebote standen, setzte, so konnten die Astronomen ein solchesResultat doch nicht wohl annehmen. Nach theoretischen Gründenmuß der Ring um seinen Planeten rotiren, weil sonst, bei der kleinstenVeränderung deßelben, die Schwerpunkte der Ringe und des Planetennicht mehr zusammenfallen und der Ring unausbleiblich auf den Pla-neten stürzen würde. Der einfache Zusammenhang der Elemente, auswelchen diese Ringe bestehen, würde die Erhaltung desselben nicht sichern,weil dann die dem Planeten nähern Elemente, durch die immer wieder-holte Anziehung des letztern, sich am Ende von den Ringen getrennthaben würden. Diese Ringe müssen sich also ohne eine fremde Kraft,bloß nach dem Gesetze de.s Gleichgewichts, frei schwebend erhalten. Aberdieß kann nur geschehen, wenn sie um eine Are rotiren, die auf ihrerEbene senkrecht steht und durch den Mittelpunkt Saturns geht, so daßauf diese Weise ihre Schwere gegen den Planeten durch die Centrifngal-kraft ihrer Umdrehung aufgehoben oder im Gleichgewichte erhalten wird.Die Theorie zeigt, daß eine durch diese RotationSape auf die Fläche desRinges senkrechte Ebene diesen Ring in einer Ellipse schneiden muß,deren große Are verlängert durch den Mittelpunkt des Planeten geht,und daß dann die Dauer der Notation des Ringes sehr nahe dieselbemit der Revolution eines Satelliten seyn wird, der sich in der Entfer-nung des Mittelpunkts jener Ellipse um Saturn bewegt. Diese Revo-lution ist aber gleich 10^ Stunden, und nahe so groß hat auch Herschel,durch seine Beobachtungen, die Rotation des Ringes gefunden. Die er-wähnte Ellipse kann selbst für verschiedene Theile des Ringes veränder-lich, also der Ring selbst von ungleicher Dicke seyn, und die Beobach-tung der Verschwindttngen des Ringes scheint diese Ungleichheiten deut-lich anzuzeigen. Ja diese Ungleichheiten sind vielleicht selbst nothwendig,das Gleichgewicht des Ringes zu sichern, denn wenn er in allen seinenTheilen völlig symmetrisch gebaut wäre, so konnte schon die geringsteäußere Kraft, wie z. B. die eines Satelliten, hinreichen, ihn zu ver-rücken und ihn auf den Planeten zu stürzen. Demnach kann man diesenRing als eine kreisförmige Reihe von aneinander hängenden Satellitenvon ungleicher Größe, als eine Krone von Monden ansehen, die durchdie Wirkung der Sonne und durch die Störungen der sieben Monde,welche den Saturn umgeben, kleineren oder größeren Oscillationen un-terworfen ist, die aber doch im Allgemeinen immer dieselbe mittlere Lageseiner Ebene beibehält.

H. 114. (Erklärung dieser Widersprüche.) Da sonach, der Theorieund den Beobachtungen Herschels zufolge, der Ring in der That umseinen Planeten rotirt, so mußte die Beobachtung Sckröters, oder dochdie von ihm daraus gezogene Folgerung, fehlerhaft seyn. Olbers warder erste, der uns zeigte, daß die Erscheinung, die E-chröter in Lilienthalso oft gesehen hatte, ihren Grund nicht in den vermeinten Bergen desRinges, sondern in der Erleuchtung derselben durch die Sonne habe.

Seyen t'Ir, K-ic . . (Fig. 48) die Gesichtslinien, unter welchen manvon der Erde aus die Fläche der Ringe sieht. Offenbar werden danndiejenigen Gesichtslinien unter allen die hellsten scheinen, von welchender größte Theil in der That durch die beiden Ringflächen geht, weildiese allein, nicht aber die zwischen ihnen und der Kugel enthaltenenleeren Räume das Licht zurückwerfen. Betrachten wir mehrere diesermit parallelen Linien, so wird zuerst die, zunächst an dem Rande der