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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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Saturn und sein Ring.

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H. 112. (Berge und Atmosphäre des Ringes.) Zu der Zeit, wo blos;die scharfe Kante des Ringes von der Sonne beschienen wird, sahSchröter die feine Richtlinie desselben häufig unterbrochen, als wenn sieaus mehreren geraden Linien bestünde, die sich abwechselnd trennen undwieder vereinigen. Er schrieb dieß einer Atmosphäre des NingeS undden darin vorgehenden Veränderungen zu. Herschel sah zu der Zeit, alsnur noch ein sehr kleiner Theil der Kugel über den Nina hervoi

(wie in Fig. 51 und 55), diesen

Kugel über den Ring hervorragteheil viel spitziger als sonst, da er

die Erde noch auf der dunklen Seite des Ringes steht, doch die Kantedesselben auch schon schwach beleuchtet gesehen wird.

Wenn der Ring nur als eine feine, gerade Lichtlinie erscheint, be-merkt man ans derselben mehrere helle Punkte,' die man für Gebirge desNingeS hätt. Schröter schätzt die Höhe einiger dieser Berge bis zu derenormen Größe von 200 Meilen über die Ebene deö Ringes. So ge-waltige Berge könnten schon als zusammenhängende Satelliten des Sa-turn angesehen werden, die durch ihre Vereinigung jenen Ring gebil-det haben.

115. (lleber die Rotation des Ringes.) Dieselben Berge fordertengleichsam die beiden Beobachter, Herschel und Schröter, die mit denbesten Fernröhren in Europa versehen waren, auf, durch sie die Rotationdieses Ringes um seinen Mittelpunkt, der zugleich der Mittelpunkt Sa-turns ist, zu bestimmen. Allein eS ist auffallend und konnte auch langenicht erklärt werden, daß diese beiden trefflichen Astronomen so ganzwidersprechende Resultate aus ihren Beobachtungen abgeleitet haben.Herschel fand aus der Ortsveränderung dieser lichten Punkte oder dieserBerge, im Jahre 1789, daß der Ring steh in 10'/? unserer Stunden,also in derselben Zeit, wie Saturn, um seine Ape drehe. Schröter aberbehauptete, daß diese lichten Punkte ihre Stellung gegen den Mittel-punkt Saturns gar nicht ändern, und daß daher der Ring nicht rotirenkönne. Er sah nämlich auf der westlichen Anse einen, und auf der öst-lichen zwei ausgezeichnete Punkte immer in derselben unverrückten Lage,und um keinen Zweifel übrig zu lassen, beobachtete er dieje lichten Punkteeine ganze Winternacht, durch mehr als acht Stunden, immer in der-selben Stellung gegen den Planeten, da doch die Ringe während dieserZeit, nach Herschel, beinahe eine ganze Rotation gemacht haben müßten.Diese ausgezeichneten Punkte, die er als die oben erwähnten ungemeinhohen Berge zu erkennen glaubte, waren auf der später sichtbar gewor-denen südlichen Seite des Ringes gerade auf demselben Orte, wie früheraus der Nordseite, wieder zu sehen, und er schloß daraus, daß aus demRinge Saturns diese hohen Berge, wie zwei an ihrer Basis vereinigteKegel, einander gegenüberstehen.

ist. Man sieht sonach, daß man durch jene einfache Gleichung die vonder Sonne oder auch von der.Erde gesehene Gestalt des Ringes fürjede Zeit angeben kann, für welche man nur die heliocentrische odergeocentrische Länge des Saturns kennt, die man nach dem Vorhergehen-den (I. §. 119) leicht finden kann. Die obige Tafel ist nach dieserGleichung berechnet worden. Dabei hat man auf die Breite Saturnskeine Rücksicht genommen, da diese immer sehr klein ist und die Resul-tate jener Tafel nicht beträchtlich ändern kann.