Zzg ' Jupiter. 99.
bisher für so genau bestimmt gehaltene Masse Jupiters um ihren achtzigstenTheil vergrößert werden und daher nahe '/1054 seyn müjje. Später fandEnke aus der Bewegung der Vesta, so wie aus der Berechnung des nachihm benannten Kometen, nahe dieselbe Vergrößerung.
99. (Die Schwere wirkt auf alle Kbrpcr gleich.) Da man abernoch immer steh von der Idee der hohen Genauigkeit jener ersten Be-stimmung der Jupitersmasse durch seine Trabanten nicht trennen wollte,und doch auf dem andern Wege, an dessen Sicherheit man auch nichtzweifeln konnte, ein ganz anderes Resultat fand, so gerieth man aufdie Muthmaßung, die sich schon früher mehrmals geregt hatte, daß dieAnziehung der Erde und der Planeten überhaupt nicht auf alle Körperdieselbe sey, sondern daß sich auch etwas den chemischen Verwandt-schaften Aehnliches in die Sache mischen könnte. Man stellte dem ge-mäß die Behauptung auf, daß Jupiter aus dieser Ursache auf die vierneuen Planeten mit einer nahe um '/«„ stärkern Anziehung wirke, alsauf seine vier Monde. Diese Sache gab zu vielen gelehrten Diskussionenund weitläufigen Berechnungen Gelegenheit, die aber zu keinem bestimm-ten Resultate geführt haben. Man suchte sich endlich auf anderen We-gen von der Unwahrscheinlichkeit der Voraussetzung, daß dieselbe Masseauf verschiedene Materien verschieden wirken solle, zu überzeugen. SchonNewton hatte durch Pendelversuche, in welchen er verschiedene Körper,Metalle, Steine, Glas, Flüssigkeiten u. dgl. schwingen ließ, gezeigt,daß unsere Erde die verschiedenartigsten Materien alle gleich stark an-ziehe. Befiel in Königsberg, dem die Astronomie schon so viel verdankt,hat diese Versuche noch erweitert und mit besonderer Genauigkeit ange-stellt, und sie selbst auf die Meteorsteine fortgesetzt, die vielleicht vonfremden Weltkörpern zu uns gelangen, und er hat überall NewtonsResultat vollkommen bestätigt gefunden. Wir haben noch mehrereandere Erscheinungen, die zu denselben Schlüfien führen. Die Parallaxedes Monds z. B. läßt sich aus den Pendelschwingungen an der Erde mitder größten Schärfe berechnen, und sie stimmt genau mit der unmittel-baren Beobachtung dieser Parallaxe überein; zum Beweise, daß dieErde den Mond genau auf dieselbe Weise, wie das Pendel, anzieht-Die Parallaxe der Sonne läßt sich aus einer Störungsgleichung desMonds durch die Erde berechnen, und auch diese harmonirt sehr gutmit derjenigen Sonnenparallaxe, die wir aus den Durchgängen derVenus in den Jahren 1761 und 1769 (S. oben II. H. 68) abgeleitethaben, zum Beweise, daß die Sonne unsere Erde ganz eben so, wie un-sern Mond, anzieht. Blos also die von Bouvard berechneten Störungendes Saturn durch Jupiter scheinen mit diesem Satze, so wie mit derMassenbestimmung dieses Planeten durch seine Monde, im Widerspruchezu stehen, so lange man nämlich nicht annehmen wollte, daß BouvardsRechnungen und daß auch die mit ihnen übereinstimmende Masse Ju-piters aus seinen Satelliten irgend einer Verbesserung bedürfen könnten.
Jene Rechnungen sind bisher, so viel uns bekannt, nicht wiederholtworden, aber wohl ist dieß mit der Methode, die Masse Jupiters ausseinen Satelliten zu bestimmen, allein leider etwas spät und erst inunseren Tagen geschehen, so daß man unbegreiflicher Weise jene altenMessungen von Pound, auf die schon Newton seine Rechnung gegrün-det hatte, durch mehr als hundert Jahre für unverbesserlich gehaltenhat, ohne sie mit den seitdem so wesentlich verbesserten Instrumentenzu wiederholen. Blos Triesnecker in Wien kam auf diesen Gegenstandeinmal zurück und suchte i. I. 1794 die Halbmesser der Bahnen dieser