Druckschrift 
Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
325
Einzelbild herunterladen
 

§. «2-83. Mars.

325

in

!

bemerkte eine solche zu frühe Verschwindung nicht, als er am 28. Nov.1832 die Bedeckung eines Sterns der achten Größe von Mars, mit be-sonderer Aufmerksamkeit auf diesen Gegenstand, beobachtete. Hier zeigtesich auch nicht die geringste Spur einer solchen Veränderung des Sterns:

... 4 ^4 » 4 e ^ 44 , 4 1 4^» .4 »4 44 4 4 » «4 »4 .4 >l 11 5 ^ ^ ^ ^ ?

Mars, wenn sie überhaupt exlftirt, ans sehr zarten und dünnen Stoffengewebt seyn müsse. Allein man darf nicht unterlassen, hinzuzusetzen daßsein neunzehnschuhiges Fernrohr von 1,.8 Zoll Oeffnung eine qain außeror-dentliche Deutlichkeit und Lichtstärke haben soll. ' '

§. 82. (Abplattung des Mars.) Nicht minder zweifelhaft ist manüber die Abplattung dieses Planeten an seinen beiden Polen. Der ältereHerschel will das Verhältniß seiner beiden Aren wie 15 zu 16 gefundenhaben. Nach andern Beobachtern ist der Unterschied zwischen ihnen vielkleiner. Künftige Beobachtungen mit ausgezeichneten Fernröhren werdenuns darüber wohl bald mehr Gewißheit geben. An jedem dieser Polebemerkt man einen runden, blendend weißen Flecken (M. s. Fig. 84).Er verschwindet allmählig, wenn der Pol eine längere Zeit den Sonnen-strahlen ausgesetzt ist, oder Sommer hat, und er ist am größten undhellsten, wenn er eben aus der langen Nacht seines Polarwinters her-austritt. Man hat daraus mit vieler Wahrscheinlichkeit den Schluß ge-zogen, daß diese Flecken große Schneefelder sind. Sie scheinen selbst,wenn sie am größten sind, über die eigentliche Kugel des Planeten her-vorzutreten, vielleicht weil sich in den Polen hohe Eisgebirge bilden,vielleicht auch in Folge derselben optischen Täuschung, nach welcher wirden beleuchteten Theil des Mondes immer als das Segment einer größer»Kugel sehen, als den übrigen dunkeln Theil. Diese Flecken lehrten unsauch die Neigung des Aequators dieses Planeten gegen seine Bahn ken-nen. Sie beträgt 28° 42', ist also nicht sehr von unserer Schiefe derEkliptik verschieden, daher auch die Abwechslung der Jahreszeiten aufdem Mars nahe dieselben Erscheinungen zeigen wird, wie auf der Erde.Aber die Beleuchtung, welche Mars von der Sonne erhält, ist nur dieHälfte von jener der Erde, da diese sich immer verhält, wie das Qua-drat der Entfernung von dem leuchtenden Körper. Diejenige Beleuch-tung aber, welche die Erde von dem geborgten Lichte des Mars erhält,ist gegen 9060 Millionenmal schwächer, als das der Sonne, d. h. erst9000 Millionen dem Mars ähnliche und mit ihm gleich stark beleuchteteKugeln neben einander gesetzt, würden auf der Erde ein solches Lichtverbreiten, welches unserem hellen Mittagslichte gleicht.

§. 83. (Wichtige Dienste, die Mars der Astronomie geleistet hat.) Sa-telliten hat man, wie gesagt, an diesem Planeten noch keine bemerkt;demungeachtet könnten sie doch wohl eriftiren. Da Mars selbst nur somatt beleuchtet ist, so wäre es möglich, daß diese Satelliten ihr vonder^ Sonne erhaltenes Licht in noch schwächerem Grade zurückwerfen, unddaß sie sich überdies; vielleicht mehrere Grade von ihrem Hauptplanetenentfernen, wodurch das Auffinden dieser Monde sehr erschwert werdenmüßte. Es wäre deßhalb vielleicht zweckmäßig, diesen Planeten undseine Umgebungen besonders zu der Zeit seiner Opposition, wo er derErde am nächsten steht, mit lichtstarken Fernröhren aufmerksam undwiederholt zn untersuchen.

Uebrigens hat uns dieser Planet, in Beziehung auf unsere Kennt-- ni ß des ganzen Sonnensystems, schon zweimal sehr wichtige Dienste ge-

^ B listet. Wir haben im vorhergehenden Kapitel gesehen, daß Mars es