Druckschrift 
Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
323
Einzelbild herunterladen
 

§- 79- Mars. Z2Z

der Erdbahn bewegt, oder er ist der erste der oberen Planeten. Ausdieser Ursache ist er nicht mehr, wie jene, in bestimmte Entfernungenvon der Sonne eingeschlossen, oder man sieht ihn nicht bloß in der Nach-barschaft der Sonne, sondern vielmehr unter allen möglichen WinkelnMit derselben, al,o zuweilen sogar ihr gegenüber, wo er um Mitternachtdurch den Meridian geht, und, wie man sagt, mit der Sonne in Oppo-sition ist, was nicht möglich wäre, wenn nicht die Erde, zur Zeit derOpposition, zwischen ihm und der Sonne stünde, wenn also die Erdbahnvon der Marsbahn nicht eingeschlossen würde. Auch sieht man ihn, ausder>elben Urjache, nie in der Gestalt einer Sichel, wie Merkur undVenus. Zwar bemerkt man zu der Zeit, wo Mars neunzig Grade vonder Sonne entfernt ist, den östlichen oder westlichen Rand desselben be-schattet, oder dunkel, nahe wie unsern Mond drei Tage vor oder nachdem Vollmonde. Aber dieser dunkle Theil beträgt, selbst wenn er, wiehier, am größten ist, noch nicht den achten Theil der ganzen uns'sicht-baren Hälfte dieses Planeten, und ist daher kaum bemerklich. Nochkleiner ist dieser dunkle Theil bei den übrigen oberen Planeten, Jupiter,Saturn und Uranus, die, selbst durch unsere Fernröhre besehen, immervollkommen rund erscheinen. Aus der sehr kleinen Parallaxe, die manan diesen letzten drei Planeten beobachtet, folgt, daß sie sehr weit vonuns abstehen müssen, und aus dem Mangel aller bemerkbaren Phasenmüssen wir den Schluß ziehen, daß wir sie immer in einer Richtungsehen, die nicht sehr von derjenigen verschieden seyn kann, in welcherdie Strahlen der Sonne diese Planeten beleuchten, daß also unsere Erdeeine Stellung im Weltraume einnimmt, die nie sehr weit von dem Mit-telpunkte der Bahnen jener Planeten entfernt seyn kann, d. h. also wie-der, daß die Erdbahn von den Bahnen dieser obern Planeten umschlos-sen wird, daher wir sie auch nie, wie die untern, vor der Sonne vorbeigehen sehen können.

H. 79. (Entfernung und Umlnufszeit des Mars.) Die mittlere Entfer-nung des Mars von der Sonne oder die halbe große Axe seiner Bahnbeträgt 1.524 von der mittlern Entfernung der Erde von der Sonne,oder nahe 32 Millionen Meilen. Da aber die Excentricität seiner ellip-tischen Bahn sehr groß ist, so kann er sich, im PeriHelium, der Sonnebis auf 29 Mill. Meilen nähern, während er im Aphelium 35 Mill.Meilen von ihr absteht. Viel größer noch sind die Verschiedenheitenseiner Distanzen von der Erde. In der Opposition, wo er der Erdeam nächsten steht, ist er zuweilen nur 7, in der Conjunction aber, woer am weitesten von ihr absteht, ist er 54 Millionen Meilen, also nahe8mal weiter, als in der ersten Lage, von der Erde entfernt.

Der Durchmesser des Mars beträgt 1900 Meilen, oder nur etwasüber die Hälfte, genauer °/,o des Erddurchmessers. Die Oberfläche die-ses Planeten hat 9 Mill. Quadratmeilen, also ^/.o der Erdoberfläche.Das Volum desselben aber beträgt 467 Mill. Kubikmeilen, oder nur'/» des Volums der Erde.

Der scheinbare Durchmesser des Mars, wie er von der Erde gesehenwird, muß ebenfalls sehr veränderlich seyn, wie seine Entfernung vonuns. In der That beträgt derselbe zur Zeit seiner Conjunction nur 4Secunden, oder er erscheint da nur in der Griflze des Uranus; zur Zeitseiner Opposition aber hat dieser Durchmesser 27 Secunden, ist also danahe so groß, wie Jupiter zu der Zeit, wo er am kleinsten erscheint.Der Durchmesser der Sonne endlich erscheint den Bewohnern des Marsunter dem Winkel von 1280 Secunden, oder über 10 Minuten kleiner,als uns der Durchmesser der Sonne erscheint.

21 n