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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
308
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des Mondes von der Erde oiel zu groß ist. Auch fand Ptvlemäus fürdie Parallaxe der l^onne das sehr fehlerhafte Resultat von 2 Minuten50 See. Auch der große Observator Tycho Brahe (gest. 1601) hatte nochsehr unrichtige Begriffe von diesem Gegenstande. Er setzte die Distanzder Sonne gleich 1142 Erdhalbmesser voraus und wollte ans den Beob-achtungen der Mvndfinsterniße den Schluß ziehen, daß die Parallaxe derSonne nicht kleiner als drei Minuten seyn könne. ^ Kepler (gest. 16.30)bemerkte mit seinem gewöhnlichen Scharfsinne, daß die Parallaxe desMars zur Zeit seiner Opposition, wie dieß aus Tycho's Beobachtungenfolgte, unmerklich ist, und daß also dasselbe in einem noch viel höhernGrade von der Sonne gelten müsse. Mit den Instrumenten jener Zeitwar es übrigens schwer, sich der Größe eines Winkels bis auf eine undselbst bis auf zwei Minuten zu versichern. Indeß nahm Kepler die Sou-nenparallaxe gleich einer Minute, also noch immer über siebenmal zugroß an.

Der erste, der uns eine der Wahrheit genäherte Kenntniß der d5>on-nenparallaxe gab, ist Dom. Cassini. Ans seinen Vorschlag wurde Nickervon der Pariser Akademie nach Cayenne geschickt, um dort die mit-tägige Höhe des Mars zu beobachten, während dieselben Höhen in Pa-ris von Plcard und Römer beobachtet wurden. Cassini schloß daraus dieParallaxe des Mars gleich 25V- See., und dadurch war, mittels desdritten Gesetzes von Kepler, die der Sonne gleich 9'J See. gegeben,woraus also die Entfernung der Sonne von der Erde gleich 21712 Erd-halbmessern folgte. Diese Beobachtungen wurden im September des Jah-res 1671 angestellt. In den folgenden Jahren setzte Cassini diese Unter-suchungen aus einem andern Wege fort, indem er die Differenz derRectascensionen des Mars mit benachbarten Fixsternen sechs Stundenvor, und sechs Stunden nach seiner Culmination verglich, eine Methode,die bereits oben (l. H. 65) näher angegeben worden ist. Cassini fanddurch diese zweiten Beobachtungen das erste Resultat im Allgemeinen be-stätiget. Noch besser eignet sich zu diesen Bestimmungen die Venus, dasie uns in ihren unteren Conjuncrionen noch beträchtlich näher kommt,als Mars. Allein es ist schwer, die Mittagshöhen der Venus zu dieserZeit zu beobachten oder auch ihre Lage gegen benachbarte Fixsterne zubestimmen, da ihre Lichtphase sehr klein ist. Maraldi, Bianchini undLacaille beschäftigten sich anhaltend damit, und Letzterer fand aus seinenBeobachtungen, die er i. I. l75l am Vorgebirge der guten Hoffnungangestellt hatte, die Sonnenparallaxe gleich 10'I Secunden. Da aberbeide Beobachtungsarten ihrer Natur nach keiner sehr großen Genauig-keit fähig sind, besonders für die noch unvollkommenen Instrumentejener Zeit, so wurde es wohl sehr wahrscheinlich gemacht, daß die Pa-rallaxe der Sonne nahe 9 Secunden betrage, aber die Astronomen muß-ten doch noch immer wüuschenswerth finden, eine andere, genauere Me-thode zu besitzen, um sich von der wahren Größe dieses wichtigen Ele-ments vollkommen zu versichern.

Der Vennsdurchgang des Jahres 1761 hatte ein Mittel, diesen.Zweck zu erreichen, dargeboten. Allein man sah bald, daß der Durch-gang dieses Jahres mir mehreren ungünstigen Verhältnißen verbundenwar, und daß man sich daher zufrieden stellen mußte, wenigstens eineBestätigung der von Cassini aufgestellten Parallaxe gefunden zu haben,vbschvn man sie, wie man doch anfangs gehofft hatte, nicht genauer be-stimmen , oder in noch engere Gränzen einschließen konnte.

h. 67. (Durchgang von l769 ) Unter diesen Umständen erwarteteman mit Ungeduld den nächstfolgenden Durchgang der Venus, am Zten