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Venus.
Jnnius 1769, von dem man sich durch Rechnung voraus versichert hatte,daß er viel günstigere Verhältnisse zur Bestimmung der Sonnenparallaxedarbieten wurde, wenn die Beobachtungen in den zu diesem Zwecke an-gemessensten -Orten der Erde angestellt werden sollten. Die dazu geeig-netsten waren das Südmeer, Californien und die nördlichsten Gegendenvon Europa sowohl als auch von Asien.
Die Monarchen aller gebildeten Rationen Europa's bemühten sich,ihre Astronomen zur Erreichung dieses für die Wissenschaft wichtigenund interessanten Zweckes mit ruhmwürdigem Wetteifer zu unterstützen.Frankreich, defien Minister Chvisenl sich der Sache mit besonderemEifer annahm, sendete die Astronomen La Chappe nach Californien,Pingrst nach St. Domingv und Veron nach Ostindien. Die K. Akade-mie der Wissenschaften in London schickte, auf Befehl und Kosten desKönigs, ihre Mitglieder Dymond und Wales nach Nordamerika, Eallnach Madras und Green nach Otaheiti, welch' Letzterer seine Reise aufeinem von dem berühmten Capitän Cook commandirten Schiffe vollen-dete. — Die Kaiserin Catharina von Rußland ließ durch ihre Akademiein Petersburg Astronomen ans Deutschland und der Schweiz berufenund viele Instrumente zu diesem Zwecke in Paris und London ankaufen,mit welchen ausgerüstet der russische Astronom Nnmovsky nach Kola(Br. 69°), der Schweizer Pictet nach Umba (Br. 67°) nnd Mattet nachPonoi gingen. Ueberdieß wurde noch Jsleniew nach Dakntz, Lowitz nachGurief, Krahl nach Orenburg und Christian Euler nach Omsk geschickt.In Petersburg selbst beobachteten diesen Durchgang Morjan ans Man-heim, Albert Euler, Lexell und Kotelnikow. — Der König von Däne-mark bat sich zu diesem Zwecke den Astronomen Hell von Wien aus, derauf des Königs Kosten die Reise nach Wardoe im nördlichen Lapplandmachte. Ueberdieß beobachteten noch Planmann zu Cajaneburg in Finn-land, Melander zu Upsala, Bayley am Nvrdcap, Justander zu Abo,Maskelyne zu Greenwich, Hornsby zu Oxford, Cassini zu Paris, La-grange zu Mailand, Sambach und Pilgram zu Wien, Ackermann znKiel u. m. A. Durch ungünstiges Wetter und andere Umstände wurdenvereitelt die Beobachtungen des Legentil zu Pondichery, des Call zu Ma-dras, des Pictet zu Umba u. A.
68. (Berechnung der beobachteten Durchgänge.) Hast alle oder we-nigstens die wichtigsten dieser Beobachtungen findet man gesammelt inLalande's „silstjn. sur lo lstussuAk sie Vstürm 1772," und am vollstän-digsten in Encke's „Entfernung der Sonne, 2 Bände, Gotha 1822 und1824." Kaum waren die Beobachtnngsresultate bekannt geworden, alssich eine große Anzahl von Männern fand, welche die Berechnung der-selben übernahmen. Hornsby in England fand aus den von ihm zuGrunde gelegten Beobachtungen die Hvrizvnralparallaxe der Sonne fürihre mittlere Entfernung von der Erde 8".8 und ganz eben io auch Pin-grst. Planmann in Schweden fand 8N4, Lalande 8".5»; Lexell 8".68,Hell 8".70. Encke, der in dem so eben erwähnten Werke die sämmt-lichen als gut anerkannten Beobachtungen der beiden Durchgänge vonI76l und 1769, mit der größten Sorgfalt berechnete, fand im Mittelaus allen die Sonnenparallaxe für die mittlere Entfernung der Sonneund für einen Beobachter im Aeguatvr gleich 8".578; welches Resultatnach Encke's Berechnungen nur mehr den wahrscheinlichen Hehler von6",637 haben kann, so daß die wahre Sonnenparallaxe zwischen den bei-den Gränzen 8R54 und 8".6! enthalten ist. Nimmt man nun die geo-graphische Meile so an, daß fünfzehn derselben auf einen Grad desAequatvrs, also 546» auf den ganzen Umfang des Aeguators gehen, ,o