Druckschrift 
Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
307
Einzelbild herunterladen
 

/

I

i

05-66.

VcnuS.

307

da sie, wie wir bald >ehen werden, an zwei sehr weit von einander ent-legenen Orten zugleich gemacht werden muß.

tz. 65. (Durchgang von 1761.) Da Halley erst i. I. 1677 bei Gele-genheit seiner Beobachtung eines Merknrdurchganges, die er auf der spä-ter durch ein anderes Ereignich berühmt gewordenen Insel St. Helenaangestellt hatte, ans die Dichtigkeit dieser Erscheinungen aufmerksamgewoideu war, >o mutzte inau bis zu dem nächstfolgenden Durchgangeder VenuS, am 5ten Junius ,761, warten. Die Astronomen bereitetensich zu dieser Beobachtung auf das eifrigste vor, und mehrere von ihnenre.Sten in ,ehr entfentte Gegenden. um ihren Zweck besser zu erreichen.Man findet die Ge,ch,chte dieler Borbereitungen in den Alffm. clcz<le I<57, 176, und 1781. Die vorzüglichsten Beobachtungen die-ses Durchganges sind die von Mason am Vorgebirge der guten .Hoffnung,von Bergmann in ttpsala, von Planmann zu Cajaneburg in Finnland!und die zu Stockholm und Tobvlsk angestellten. Die Berechnungen die-ser Beobachtungen geben die Horizoutalparallare der Sonne (i. H. 6!)für ihre mittlere Entfernung von der Erde zwischen 8 und 9 Secunden.Wie man aber daraus diese Entfernung der Sonne selbst, die der eigent-liche Hauptzweck dieser Beobachtungen ist, abzuleiten hat, wurde bereitsoben <!. H. 63) gesagt. Wendet man die dort gegebenen Vorschriftenauf diese beiden Zahlen an, so findet man für die mittlere Entfernungder Mittelpunkte der Sonne und der Erde entweder 2.1783 oder 22918Halbmesser der Erde, je nachdem man die Parallaxe der Sonne zu 8oder zu 9 Secunden annimmt. Die Differenz dieser beiden Resultateist 2865 Erdhalbmesser, also nahe 2'/,, Millionen Meilen, oder beinaheder neunte Theil des Ganzen, so daß man daher durch diese Beobach-tungen die wahre Entfernung der Sonne noch nicht bis auf ihren zehn-ten Theil genau kennen gelernt hatte. '

§. 66. (Frühere Versuche, die Horizontalparallaxe der Sonne zu finden.)So groß diese Ungewißheit auch scheinen mag, so ist sie doch in vielengere Gränzen eingeschlofien, als alle frühereu Bestimmungen, die manzu diesem Zwecke erhalten hatte. Vor Hipparch hatte man von dieserEntfernung der Sonne nicht einmal eine auch nur etwas gegründeteMuthmaßung. Pythagoras nahm die Entfernung der Sonne nur drei-mal größer, als die des Mondes, an, da sie doch über vierhundertmalgrößer ist. Aristarch von SamoS war der erste, der gegen d. I. 260vor dem Anfange unserer Zeitrechnung diese Entfernung durch eine eigeneBeobachtung zu bestimmen suchte, die wir oben (I. H. 169) näher ange-geben haben. Er fand die Parallaxe der Sonne gleich drei Minuten,also wenigstens achtzehnmal zu groß. So fehlerhaft auch diese Bestim-mung war, so konnte man doch bis zu dem Anfange des siebenzehntenJahrhunderts nichts Besseres finden. Postdonius, der zwei Jahrhunderte

t, leine chevolutwn um oie cerve zurunzuregen.Riccioli (gest. 1671) fand aus einer großen Anzahl von ihm nach Artdes Aristarch angestellter Beobachtungen die Parallaxe der Sonne 28 bis30 Secunden. Ptolemäus im Gegentheile benutzte eine von Hipparchvorgeschlagene Methode, die Sonnenfinsternisse zu diesem Zwecke zu ge-brauchen, die wohl sehr sinnreich, aber hier nicht mit Sicherheit anwend-bar ist, weil der Unterschied zwischen den Entfernungen der Sonne und

29 ^

M t -.

-

' ^

...

-.1

'' '

M ' v 1

V

^ i ^^.