Druckschrift 
Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
304
Einzelbild herunterladen
 

Venus. 62.

mit den dreißig Satelliten der Sonne gegangen ist, die das Ditckiunimii-elle Piüvoux ankündigte, und die bald darauf für bloße Svnnenfleckenerkannt worden sind, oder wie mit dem neuen Planeten, weit jenseitsdes Uranus, 'der seiner entsetzlichen Größe wegen Herkules genannt wurde.Man hatte ihn nebst den bereits an ihm angestellten Beobachtungen,und selbst mit den aus ihnen abgeleiteten Elementen der Bahn in denöffentlichen Blättern angezeigt, und der neue, wunderbare Himmelskör-per war eben daran, die Aufmerksamkeit nicht bloß des großen Haufens,sondern die der Astronomen selbst auf sich zu ziehen, als einige Wochennach jener Publikation in denselben Blättern der Widerruf jener Anzeigeerschien, und die ganze Sache als eine Mystification dargestellt wurde,mit der ein müßiger Kopf andere leere Köpfe unterhalten wollte.

H. 62. (Wichtigkeit der Durchgänge der Venus oor der Sonne.) Wirhaben bereits im zweiten Kapitel von den Vorübergängen Merkurs vorder Soirnenscheibe gesprochen. Ganz ähnliche Erscheinungen bietet unsauch die Venus dar, da ihre Bahn, als die eines untern Planeten, vonder Erdbahn eingeschlotzen wird und da daher dieser Planst selbst zuwei-len zwischen Sonne und Erde treten muß.

den sogar noch etwas bequemer zu macheu. Nachdem sie ihren Impe-ratoren, sie mochten es verdienen oder nicht, Tempel und Altäre, Sta-tuen und Triumphbogen ohne Zahl gewidmet, und nachdem eben dadurchdiese Apotheosen den Reiz der Neuheit verloren hatten, mußte das ersteVolk der Erde, wie es sich selbst nannte, seiner Kriecherei auf eine an-dere Weise aufzuhelfen suchen. Allein die römischen Senatoren waren> keine Weltumsegler, um die von ihnen entdeckten Länder mit den Namenihrer Beherrscher zu beehren; sie waren auch keine Astronomen, um fürsie neue Sternbilder an dem Himmel aufzusuchen, und eben so wenigkonnten sie die Länder und Meere des Mondes an sie verschenken, dasie dieselben noch gar nicht kannten. Sie wählten sich daher die Plün-derung oder vielmehr dle Verstümmlung ihres ohnehin sehr schlechtenKalenders, zu welchem Geschäfte sie weder vorzüglicher Instrumente,noch besonderer Kenntnisse, an denen es ihnen fehlte, sondern nur eingutes Maaß von kriechender Schmeichelei bedurften, an der sie Ueberflußhatten. So erhielt, durch einen förmlichen Senatsbeschluß, der MonatJulius und Augustus, den beiden ersten Imperatoren zu Ehren, ihrenoch heute gebräuchlichen Namen, da sie früher Ouinctilis und Sextilishießen. Da aber die feine Courtoisie dieser Höflinge befürchtete, daßAugustus es übel nehmen könnte, wenn sein Monat, wie es bei demSextilis der Fall war, nur 30 Tage hätte, da doch der dem I. Cäsarfrüher gewidmete Monat Julius 31 Tage zählte, so wurde durch einenzweiten Senatconsult beschlossen, dem Februar, der ohnehin nur 29Tage hatte, noch einen Tag zu rauben, und ihn dafür dem Augustusbeizulegen. Auf dieselbe feierliche Weise erhielt später der Monat Aprilden Beinamen des Ungeheuers Nero, und der Monat Mai den desnoch schlechteren Claudius, ja Domitian, der aus zu großer Bescheiden-heit nicht erst die Decrete seines knechtischen Senats abwarten wollte,geruhte höchstselbst, und zwar unter Androhung der Todesstrafe, zu be-fehlen, den Monat Oktober künftighin, und für immerwährende Zeiten,Domitianus zu nennen. Allein alle diese Thorheiten überlebten ihreUrheber nicht, und selbst Augustus mußte es sich gefallen lassen, seinEhrendenkmal später an den elenden Commodus abzutreten.