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Benus.
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fernten, noch in der Heisien Zone liegenden Lander werden einen Theildes Jahres durch von den senkrechten Strahlen der (^onne verbrannt,und "zu einer andern Zeit wieder von wochenlangen Nächten abgekühltund alles Sonnenlichtes gänzlich beraubt werden u. s. f. Die Bewohnerdieses Planeten werden daher mit sehr schroffen Abwechslungen ihrerJahreszeiten zu kämpfen haben, die übrigens dadurch wieder einiger-maßen gemildert weroen mögen, daß sie, wegen der kurzen Umlanfszeitder Venus um die Sonne, nur etwa halb so lange dauern, als die Jah-reszeiten der Erde.
H. 69. (Anblick des Himmels von der Venus.) Wenn wir unsdurch diese Verhältnisse etwas eingeengt fühlen müßten, so würeenwir uns, auf diesen Planeten verseht, durch andere Genüsse vielleichtwieder entschädigt finden, vorausgesetzt, daß unsere Organisation einesolche Veränderung unseres Wohnortes ertragen konnte. Welche Aus-sicht würden wir z. B. von den Gipfeln der sechs Meilen hohen Bergeder Venus genießen. Von Wien würden wir (I. H. 5) mir einemFernrohr bis Hamburg, Paris und Neapel sehen, und eine Kreisflächeder Erde von mehr als hundert Meilen überschauen können. Langenach dem Untergange der Sonne würden wir noch die Gipfel der benach-barten Gebirge von ihren Strahlen vergoldet sehen, und die Schönheitdieses Schauspiels würde noch erhöht werden durch die reine klare Atmo-sphäre, in der wir beinahe keine matte Wolke erblicken, und wo dahertrübe oder regnichte Tage zu den größten Seltenheiten gehören. Und wel-chen Anblick mag bei dieser stets heitern Luft der gestirnte Himmel ge-währen, wo alle Sterne und Planeten in Hellem Lichte strahlen, wo dieSonne in ihrer Oberfläche viermal größer, als bei uns, erscheint, undein zweimal stärkeres Licht, als unsere Mittagssonne, verbreitet. — UnsereErde selbst erscheint den Bewohnern der Venus zur Zeit ihrer größten Nähe,in der untern Conjunctivn, neunmal größer, als uns die Venus, und siezeigt sich ihr stets in ganz vollem und in einem neunmal stärkeren Lichte,als es Benus in ihrem schönsten Glänze der Erde zusendet.
H. 61. (Venusmond.) Man hat in früheren Zeiten viel von einemMonde gesprochen, der die Venus auf ihrem Weg um die Sonnebegleiten soll. Fontana will ihn i. I. 1645, Dom. Cassini 1672 undwieder 1686, und Schort in England i. I. 1746 gesehen haben. AuchMontaigne, Horrebow und Andere sprechen von ihren Beobachtungendieses Trabanten. Da man ihn aber seitdem bei den beiden Durchgän-gen der Venus vor der Sonnenscheibe, in den Jahren 1761 und I76V,wo er doch besonders sichtbar seyn sollte, nicht gesehen hat, und da über-haupt alle weiteren Bemühungen der Astronomen, ihn aufzufinden, frucht-los gewesen sind, so scheinen die angeführten Wahrnehmungen auf eineroptischen Täuschung zu beruhen. Das Licht der Venus ist so stark, daßdie pvlirten Gläser der Fernröhre zuweilen eine Spiegelung desselben ver-ursachen können, wo man dann ein zweites schwächeres Bild des Pla-neten erblickt, das man leicht für einen Satelliten desselben zu haltenveranlaßt werden kann. Auch Wargentin in Stockholm sah einmal beidiesem Planeten eine ähnliche Erscheinung, aber als er, sich vor Täu-schung zu sichern, das Fernrohr um dessen eigene Axe drehte, bewegtesich auch der vermeinte Mond mit um den Planeten im Mittelpunktedes Fernrohrs, ganz eben so, wie sich ein Flecken auf dem Glase desInstruments gedreht haben würde. Indeß war Lambert in Berlin vonder Wahrheit jener Beobachtungen so überzeugt, daß er aus den Anga-ben jener Astronomen die Elemente dieses Venusmvndes zu bestimmensuchte (M. s. Bode's astron. Jahrb. 4777). Er fand aus diesen Elemen-