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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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301
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5S- Venus. 'j<N

erwähnten periodischen Veränderungen ihrer Höruerspitzen. Man findetdiese und die übrigen Beobachtungen Schröters in seinenAphroditv-graphischen Fragmenten, Helmstädt 174k,« und inBode's Bert. Jahr-büchern 1703, 170k und 1803.«

§. 50. (Tages- und Jahres-Zeiten auf der Venus.) Der Tag derVenus ist also in Beziehung auf seine Länge von dem unserer Erde nurunbedeutend verschieden, so daß also auch die Tageszeiten auf beidenPlaneten nahe dieselben seyn werden. Allein ganz anders müssen sichdie Jahreszeiten verhalten, wenn es anders gegründet ist, daß dieAxe, um welche Venus täglich um sich selbst rotirt, gegen die Axe ihrerjährlichen Bahn um die Sonne gegen 72 Grade geneigt ist, daß alsodas, was man ibre Schiefe der Ekliptik nennen könnte, mehr als drei-mal größer ist, als bei der Erde, wo sie (I. §. 48) nur 23° 28" beträgt.Mau wird sich aus dem V!I. Kapitel des ersten Buches erinnern, daßdie Jahreszeiten durch diese Schiefe der Ekliptik bestimmt werden, undwir haben bereits dort (I. H. 01) die Folgen auseinander gesetzt, welcheeine viel größere Schiefe der Ekliptik auf die Temperatur und auf denWechsel der Jahreszeiten der Erde haben würde. Dieß läßt sich nununmittelbar auf die Venus anwenden. Wenn der Aequator dieses Pla-neten gegen die Bahn desselben in der That um volle 72 Grade geneigtist (was aber noch einer genaueren Bestätigung bedarf, da Schröter sichnie bestimmt darüber ausgesprochen hat), so wurde die heiße Zone, derenBewohner die Sonne noch in ihrem Scheitel sehen können, sich in einerBreite von 144 Graden um diesen Planeten erstrecken, während dieBreite dieses Gürtels auf der Erde nur 47 Grade beträgt. Nennt manaber kalte Zone diejenigen Theile eines Planeten, für welche die Sonnemehrere Tage im Jahre nicht auf- oder nicht untergeht, so würde manvon dieser heißen Zone die beiden äußeren Theile, deren jeder eine Breitevon 54 Graden hätte, auch zugleich zur kalten Zone rechnen müssen.Man würde also in jeder Hemisphäre eine heiße Zone haben, die vondem Aequator bis zu dem I8ten Grade der nördlichen oder südlichenBreite geht, und in welcher die Sonne durch das ganze Jahr täglichauf- und untergeht. Die kalte Zone aber würde um jeden der beidenPole herumliegen und sich von ihnen ebenfalls 18 Grade gegen denAequator hin erstrecken, und in dieser Zone würde man die Sonne nieim Scheitel sehen. Die gemäßigte Zone endlich, die zwischen jenen bei-den in der Mitte liegt und eine Breite von 54 Graden hat, würde einenTheil des Jahres hindurch die Sonne gar nicht sehen, wie in der irdi-schen kalten Zone, und einen andern Theil des Jahres würde sie wiederdie Sonne in ihrem Zenithe haben, wie in unserer heißen Zone, so daßalso die sogenannte gemäßigte Zone der Venus aus der heißen und kal-ten zusammengesetzt seyn würde. Die Folge davon wird seyn, daß dieganze Oberfläche der Venus, nur die beiden kleinen kalten Zonen aus-genommen, die Sonnenstrahlen zuweilen in senkrechter Richtung erhal-ten wird. Die Bewohner der Gränze der beiden kalten Zonen werdenin ihrem Sommer die Sonne im Mittage sehr nahe bei ihrem Zemthesehen, ja selbst für die Bewohner der beiden Pole wird sie sich noch bisauf eine Höhe von 72 Graden erheben, wie dieß bei uns für das süd-liche Spanien und für Griechenland im Sommer der Fall ist. DiePolarbewohner werden an ihren längsten Tagen, wo ihnen die Sonnenicht untergeht, im Augenblicke der Mitternacht die>e Sonne nochin einer Höhe von 54 Graden, also in derselben Höhe sehen, in welcherbei uns die Bewohner von Petersburg die Sonne im Mittage ihreslängsten Tages erblicken. Die von dem Aequator über 18 Grade ent-