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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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286
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2«^. Merkur. §.

tz. 43. (Sichtbarkeit Merkurs.) Man erkennt diesen Planeten anseiner hellweißen Farbe und an seinem intensiven Lichte, das, durch guteFernröhre besehen, die Augen blendet, daher man, in sehr lichtstarkenTelescopen, schwach gefärbte oder sogenannte Dampfgläser vor das Ocu-lar stellen muß, wie bei der Sonne, um seine Begränzung schärfer zusehen. Gewöhnlich ist er mit freien Augen schwer zu finden, da er sichimmer in der Nähe der Sonne aufhält, von deren Lichte er gleichsamverdunkelt wird. In der That entfernt er sich nie weit von der Sonne,und ist daher nur, wenn er ihr westlich steht, Morgens kurz vor Son-nenaufgang am östlichen Himmel, und wenn er ihr östlich ist, Abendsbald nach Sonnenuntergang am westlichen Himmel einige Zeit durchsichtbar, so daß man ihn daher immer in dem Dämmerlichte der Sonneund nahe am Horizonte suchen muß. Man möchte beinahe glauben,daß die alten Griechen viel beyere Augen, als wir, gehabt haben, dasie diesen Planeten nicht nur so oft sehen, sondern ihn fortgesetzt beob-achten , und aus diesen Beobachtungen sogar die Theorie seiner Bewe-gung ableiten konnten. Zwar sind die Tafeln desselben, wie sie unsPtolemäus überliefert hat, die unvollkommensten von allen seinen Pla-netentafeln, und der Fehler derselben geht, wenn man sie mit unsernneuern Tafeln vergleicht, bis auf sieben volle Grade. Aber auch in die-sem Zustande noch können sie als ein Beweis des Fleißes jener Astrono-men betrachtet werden, die noch keine Fernröhre zu ihrem Gebote hat-ten, und gewiß nicht ohne lang fortgesetzte Beobachtungen auch nur dieallgemeine Bewegung dieses Gestirns erkennen konnten. Coperuicus solles noch auf seinem Sterbebette betrauert haben, daß er in seinem gan-zen Leben den Merkur auch nicht ein einziges Mal gesehen hatte, soviel er sich auch darum bemühte. Möstlin, der Lehrer des großen Kep-ler, sagte oft scherzend, daß dieser Planet nur da zu seyn scheine, umdie Astronomen in ein schlechtes Licht zu stellen, und Riccioli hielt denhimmlischen Merkur für eben so unergründlich für die Astronomen, alsden irdischen (das Quecksilber) für die Chemiker und Alchimisten. Seitindeß die Fernröhre entdeckt, und in unsern Tagen auf einen so hohenGrad der Vollkommenheit gebracht worden sind, hat man weiter keineSchwierigkeit, ihn selbst um Mittag, und in einer sehr geringen Ent-fernung von der Sonne zu sehen. Oefters soll es sich jedoch ereignen,daß man ihn auch mit diesen Hülfsmitteln zu einer Zeit, wo man ihn,seiner Stellung gegen Erde und Sonne wegen, am besten sehen sollte,nur mit Mühe erkennen kann, und man glaubt diese Sonderbarkeit da-durch zu erklären, daß einzelne Theile seiner Oberfläche das Licht derSonne weniger gut reflectiren, als andere.

tz. 44. (Größtes Licht Merkurs.) Wir haben bereits oben (k. H. A4)den scheinbaren Lauf dieses Planeten um die Sonne umständlich ange-geben und gesagt, daß er sich von derselben im Mittel nur um 23 Gradeöstlich oder westlich entfernt. Altein wenn er zu dieser Zeit zugleich inseinem Aphelium ist, so kann diese Entfernung von der Sonne, wegender großen Excentricität seiner Bahn, bis auf 29 Grade steigen. Mannennt dieß seine größte Elongation, und zu dieser Zeit, sollte man glatt;den, müßte man ihn am leichtesten und besten sehen, weil er da vondem viel stärkern Lichte der Sonne am meisten entfernt ist, und auchbei Auf- oder Untergang der Sonne noch am höchsten über dem Hori-zonte steht. Allein zur Zeit der größten Elongation ist er auch noch znsehr von der Erde entfernt und wendet uns einen zu kleinen Theil seinervon der Sonne beleuchteten Hemisphäre zu, um hier in seinem größtenLichte zu glänzen. Diese Verhältnisse sind im Gegentheile am gün-