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Gebrauch des Himmels- und Erd-Globus.
§. 212.
dieselben bleiben, wenn anders der Beobachter wieder denselben Stand-punkt einnimmt. Nicht so ist es aber mit den Gegenständen des Him-mels. wenn wir, um ihren Ort zu bestimmen, dieselben mit den Gegen-
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stirns, auch mit der größten Schärfe, beobachtet, hat damit noch garnichts, was er zu irgend einem Zwecke brauchen könnte, gethan, wenner nicht auch zugleich die Zeit dieser Beobachtung mit derselben Schärfeanzugeben im (Stande ist.
Diese Zeit soll nun, wie bekannt, durch unsere Uhren angegebenwerden. Allein diese Uhren müsien, wenn sie zu diesem Zwecke brauch-bar seyn sollen, vor Allem zur gehen. Wie kann man aber erfahren,ob eine Uhr in der That gut und zwar so gut geht, daß man sich beich genauen Untersuchungen auf sie verlassen kann?
Diese Frage ist bereits oben (H. 157) beantwortet und durch Bei-spiele umständlich erläutert worden, daher wir uns hier nicht weiter da-bei aufhalten wollen. Wir bemerken dafür nur, daß man an dem an-geführten Orte die Beobachtung der Cu lmi Nationen zu diesem Zweckeaugewendet hat, daß aber die Instrumente, mit welchen man diese Cul-minationen mit der hier oft nothwendigen Schärfe beobachten kann, seltenund kostbar sind, und daß man auch nicht immer Zeit und Gelegenheithat, auf einander folgende Culminationen durch mehrere Tage zu beob-achten, wie dieß bei ungünstiger Witterung oder auf der See der Fallist. Man war daher schon früh auf andere Mittel bedacht, statt diesenBeobachtungen andere, leichtere und solche zu substituiren, die man zujeder Zeit und an jedem Orte bequem und sicher zugleich vornehmen kann.
Als solche zeigten sich nun vor Allem die Beobachtungen der Höheder Gestirne. Ist 8^ (Fig. 2) die Sonne, X das Zenith und X derNordpol des Aeczuators, so zeigt schon der bloße Anblick der Zeichnung,daß zu jeder Höhe 8K' der Sonne auch ein besonderer, ihr eigenerStundenwinkel XX8' oder Hy' (Einl. H. 19) gehöre. Allein der Stun-denwinkel der Sonne ist (nach dem angeführten Orte) gleichbedeutendmit der wahren Sonnenzeit (vergl. §. 155), also wird auch zu jederSonnenhöhe eine eigene Sonnenzeit gehören, und es muß daher einMittel geben, aus der bekannten Sonnenhöhe, die man z. B. mittelsdes Quadranten (H. 43) in jedem Augenblicke beobachten kann, die wahreSonnenzeit abzuleiten.
aber ist die Rechnung. — In der That, wenn mandie Hohe 8'k' der Sonne kennt, so kennt man auch die Zenithtistanz8'X derselben, da 8'X gleich 90 — 84!/ ist. Die Poldistanz 8'X derSonne ist für )eden Augenblick ebenfalls bekannt (durch die Tafel des§. 53), so wie die Pvlhöhe X» oder die Aequatorhöhe XX. Man kenntdaher in dem sphärischen Dreiecke XX8' alle drei Seiten und wird dar-aus durch die schon oben (§. 53) angeführten Rechnungen der sphäri-schen Trigonometrie auch den einen Winkel XX8' dieses Dreiecks d. h.den Stundenwinkel der Sonne oder die wahre Zeit der Beobachtuna be-stimmen.
Da es aber gegen den Zweck dieser Blätter ist, in jene für die mei-sten Leser etwas verwickelten Rechnungen einzugehen, so wird'es hin-reichen, zu zeigen, wie sich diese Aufgabe durch den Globus auflösen lasse.
Gesetzt, man habe am 30sten Jul. Nachmittag mit einem Quadranten(H. 43) zu Wien die Höhe des Mittelpunkts der Sonne gleich 29°.75 zu