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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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245
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§. 211 212.

Gebrauch des.Himmels- und Erd-Globus.

Ostleite des Horizonts geht die Sonne eben unter und denen ans derWestseite ans, und die von der unteren Hälfte des Ringes bedeckt wer-den, haben Mitternacht. Will man sehen, wie sich diese Beleuchtungder ganzen Erde in dem Augenblicke verhalte, wo es in Wien 6 UhrAbends ist, so dreht man nur die Kugel des Globus gen West, bis dieRose 6 Uhr zeigt, und in dieser Lage haben alle Orte der Erde, die un-ter dem oberen Theile des Ringes liegen, eben Mittag, die im östlichenHorizonte Sonnenuntergang, die im westlichen Sonnenaufgang u. s. w.Dreht man die Kugel ganz um ihre Ave, so findet man alle die Orte,die nach und nach durch den Grad 16" 6' der südlichen Declination desRinges gehen (wie Porto Segnro und der Titicaca-See in Südamerika,Otahiti, die neuen Hebriden u. f.), welche an diesem Tage in ihremMittag die Sonne im Zenithe sehen; alle diejenigen aber, die 10, 20,30.. Grade nördlich oder südlich von jenem Parallelkreise von 16" 6' süd-licher Breite wohnen, sehen in ihrem Mittage die Sonne 10, 20, 30..Grade vom Zenithe entfernt. Diejenigen Orte um d'en Nordpol, welchebei dieser Drehung der Kugel nicht über den Horizont hinauf kommen,sehen die Sonne gar nicht und haben eben ihre lange Nacht, da dieganze nördliche Hemisphäre der Erde ihren Winter feiert; eben so gehtfür die Punkte um den Südpol, die bei der Drehung der Kugel nichtunter den Horizont gelangen, die Sonne nicht unter, da die südlicheHalbkugel ihren Sommer hat n. s. w. Eben so erhält man durch dieseUmdrehung der Kugel in dem Ringe sofort die Länge des Tages undder Nacht für dieselbe Zeit (den 7ten November) an jedem gegebenenOrte der Erde. Legt man an dem erwähnten höchsten Punkt der Kugeloder des Ringes das eine Ende des in H. 200 angeführten Streifens anund dreht dann, für jede gegebene Wiener Zeit an der Rose, den Strei-fen um jenen Punkt im Kreise herum, so findet man alle die Orte derErde, welche, zu jener Wiener Zeit, die Sonne 10, 20, 3V.. Grade vonihrem Zenithe entfernt sehen, indem nämlich diese Orte in die Peripheriederjenigen Kreise fallen, welche bei dieser Umdrehung des Streifens dieeinzelnen Theilstriche desselben auf der Oberfläche der Kugel beschreiben.

H. 211. (Den längsten und kürzesten Tag eineS OrteS zu finden.) Sucht

man z. B. den längsten Tag für Petersburgs stelle man den Nordpolauf die geographische Breite (59" 56') dieser Stadt, bringe sie unter denRing und den Zeiger der Rose auf 12 Uhr, und bezeichne in dieser Lageder Kugel denjenigen Punkt derselben, der unter dem Theilftriche von23" 28' des Ringes steht. Bringt man dann diesen Punkt, durch Dre-bung der Kugel, in den östlichen und westlichen Horizont, so zeigt dieRose im ersten Falle 2" 5V' und im zweiten 9^ 10', oder die Sonne gehtin Petersburg am längsten Tng um 2^ 50' auf und um 9(< 10' unter,so daß daher die Dauer des längsten Tages im Sommer da>elbst 18^ 20'und also auch der kürzeste Tag im Winter nur 5^ 40' beträgt.

§. 212. (Zeitbestimmung durch Hccheubeobachtungen der Gestirne.) Man

sieht, daß man mit Hilfe dieser Globen alle Aufgaben der Astronomie,von welchen wir bisher in dieser Schrift gesprochen haben, leicht auflö-sen und sinnlich darstellen kann, so lange sich dieselben nur auf die ver-schiedenen Kreise beziehen, welche die Gestirne am Himmel zu be,chreibenscheinen. Eine der wichtigsten dieser Aufgaben ist die Bestimmung derZeit, in welcher eine Beobachtung angestellt worden F. Der Geo-meter oder der Feldmesser begnügt sich, die Höhe des Thurmes oder dieDistanz zweier Berggipfel mit der ihm möglichen Genauigkeit zu meen,und er bedarf auch in der That nicht mehr zu kennen, .als die Winkel,welche diese Gegenstände in seinem Auge machen, da dle,e Winkel immer

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