Druckschrift 
Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
247
Einzelbild herunterladen
 

l...!

> !.'««e«>j

^sezkl'!«

' ^ tlei

Tei-^iler to-tem 01,-> Zil'kck»i'essul->'M,iziüeil

i» h«bln PM l v

! W plülil»

'<? öiü

,it) ter

'Äws,- chm

5 Äü'

,11Mt<r ei»

niilelst irahce

lin 50»

>,kisio»l

ter

chl des

in len«iirt tar-ivhar!-

,l»»S

t'rk >

§. 213.

Gebrauch des Fimmels- und Erd-Globus.

247

Globus auf die Pvlhöhe von Wien (48° 12"), den Ort der Sonne (Länge126°.18 nach H. 53) unter den Ring, und die Rose auf 12 Uhr. Danndrehe man die Kugel gen West, bis dieser Ort der Sonne (mittels desoben H. 266 erwähnten Streifens zu messen) die Höhe von 29" 15" überdem Horizonte des Globus erreicht. Wenn in dieser Lage die Rose 4"27" zeigt, so ist die gesuchte wahre Zeit jener beobachteten Höhe 4" 27"und daher die Voreilung der Uhr gegen wahre Zeit in jenem Augenblickegleich 3 Minuten.

Auf ähnliche, nur minder einfache Weise wird man zu demselbenZwecke sich auch der Fixsterne, statt der Sonne, bedienen. Um auch dießdurch ein Beispiel zu erläutern, wollen wir die Beobachtung vornehmen,welche der berühmte Reisende Karsten Niebuhr am Uten October1761 zu Alexandrien angestellt hat. Er fand daselbst mit seinem Qua-dranten in der Abendstunde, als seine Uhr 16" 47" 26"" zeigte, auf derOstseite des Himmels die Höhe Aldebarans (eines Sterns der erstenGröße im Stier) gleich 28° 34". Um daraus die Zeit dieser Beobach-tung, oder, was dasselbe ist, die Correction der dabei gebrauchten Uhrzu finden, bringe man den Globus auf die Polhöhe von Alexandrien(31° 12"), den Ort der Sonne (deren Länge 197° 16" nach H. 53 ist)unter den Ring und den Zeiger auf 12 Uhr. Dann befestige man denobersten Endpunkt des oben (H. 266) erwähnten Streifens ans dem höch-sten Punkt der Kugel, und drehe diese Kugel gen West, bis Aldebaranauf der Ostseite des Himmels die Höhe von 28° 34" über dem Horizontedes Globus erreicht. Da in dieser Lage der Kugel die Rose derselben16" 49" zeigt, so ist dieß zugleich die wahre Zeit (H. 158) der Beobach-tung und daher die Verspätung der Uhr gegen wahre Zeit in dem Augen-blicke der Beobachtung 1" 46"".

Wie man aber, wenn man bereits die wahre Zeit einer Beobach-tung kennt, auch die mittlere und die Sternzeit derselben ableiten, unddadurch den Stand der Uhr gegen diese beiden letzteren Zeiten bestimmenkann, ist bereits oben (H. 155 und 166) gesagt worden.

tz. 213. (Gebrauch' des Aequators statt der Rose.) Die letzte undüberhaupt alle vorhergehenden Auflösungen durch den Globus lasten sichallerdings nicht mit derjenigen Schärfe ausführen, die man mit den tri-gonometrischen Rechnungen erreichen kann. Da es aber doch häufigFälle gibt, wo diese Genauigkeit nicht gefordert wird, und wo eine deut-liche, anschauliche Darstellung der Sache, selbst dem Geübten, willkom-men ist, so ist es selbst dem eigentlichen Astronomen nützlich, mit demGebrauche des Globus sich näher bekannt zu machen. Besonders mißlichist der Gebrauch der Rose, die auf den meisten Globen nur klein ist undauf der man oft zehn und mehr Zeitminuten nicht mehr mit Sicherheitangeben kann. Allein man kann diese Rose nicht nur ganz entbehren,sondern auch, statt derselben, den Aequator der Kugel anwenden, der,als ein größter und gewöhnlich gut eingetheilter Kreis, dieser Kugeleine viel höhere Schärfe gewährt, so daß man, bei den größeren undmit Sorgfalt gearbeiteten Globen die Zeit bis auf drei oder vier Minu-ten genau bestimmen kann. ^ ^

Um auch dieß durch ein Beispiel deutlich zu machen, wollen wir den

Globus für irgend einen Ort und Tag, z. B. für den 36sten ^uliusum 9 Uhr Morgens, Wiener Zeit, stellen, oder vnentiren, so daß ermit dem Stand des Himmels zu dieser Zeit vollkommen übereinstimmt.

Oben (§. 197) haben wir diese Aufgabe aiss folgende Wem aulge-löst : Man stelle den Globus auf die Polhohe Wiens, bringe den Punktder Ekliptik, der die Länge der Sonne anzeigt (hier 126° 18") unter den

» D

V'!

>>

l."