Gebrauch des Himmels- und. Erd-Globus. §. 209—21«.
das; die Längendifferenz zwischen Paris und Peking 7" 36' beträgt, sodaß also aucd Peking schon 7" 36' Abends in dem Augenblicke zählt, wo
Paris eben Mittag hat.
H. 269. (Bestimmung deß Auf- und Untergangs der Sonne durch einen
Erdglobus.) In Ermangelung eines Himmelsglobus kann man auch mireinigen Veränderungen, die meisten der vorhergevenden astronomischenAufgaben, die sich auf die Gestirne des Himmels beziehen, mit Hilfeeines Erdglvbus auflösen. Zu diesem Zwecke hat man auf den letztengewöhnlich auch die Ekliptik verzeichnet, vbschon dieselbe für einen Erd-glvbnS nicht angemessen ist und auch in der That leicht entbehrt werdenkann, wie wir sogleich an dem folgenden Beispiele sehen werden.
Um den Ort der Sonne in ihrer Bahn für jeden gegebenen Tagdes Jahres zu finden, kann man die Länge derselben entweder aus demHorizonte des Globus nehmen, der zu diesem Zwecke eine eigene Tafelenthält, oder auch aus der schon öfter erwähnten Tabelle des H. 53. Istnun die Ekliptik auf dem Erdglobus verzeichnet, so nimmt man auf dieserEkliptik den Punkt, der jener Sonnenlänge entspricht, und bringt ihn unterden Meridian, stellt den Zeiger auf 12 Uhr und den Nordpol des Aequatorsin die Höhe der geographischen Breite und verfährt dann mit dem Erdglo-bus ganz so, wie oben H. 201 für den Himmelsglobus gesagt worden ist.
Man kann aber auch, ohne Hilfe der Ekliptik, auf folgende Weiseverfahren. — Man sucht für den gegebenen Tag die Declination derSonne aus der dritten Columne der Tafel des H. 53. Diese ist, in demBeispiele des §. 201, für den isten Mai gleich 14° 54' nördlich. Nundrehe man die Kugel in ihrem Ringe, bis irgend ein Ort der Erde un-ter der auf diesem Ringe verzeichneten Declination von 14° 54' steht,wie dies; hier z. B. mit Goa in Ostindien der Fall ist. Man stellt alsoGva unter den Ring, den Zeiger der Rose auf 12 und den Pol unterdie geographische Breite von Wien, die gleich 48° 12' ist. Dreht mandann den Globus gen Ost, bis Goa im Horizonte erscheint, so zeigt dieRose 4^ 46' Morgens für die Zeit, wenn»an diesem Tage in Wien dieSonne aufgeht, und eben so findet man, wenn man den Globus ebenso weit gen West dreht, für den Untergang der Sonne in Wien 7^ 11'Abends, wie oben H. 201.
Auf dieselbe Weise wird man auch mit den folgenden Aufgaben desh. 202, 203 verfabren, wenn man die Declination der Sonne und irgendeines anderen Gestirns sammr der Differenz ihrer Rectascensionen durchzwei willkührliche Punkte des Erdglobus bezeichnet.
tz. 210. (Wie die Erde zu jeder gegebenen Zeit von der Sonne be-leuchtet wird.) Nehmen wir für diese Zeit den Mittag des 7ten No-vembers in Wien, für welche Zeit die südliche Declination der Sonne(nach tz. 53) gleich 16" 6' ist.
Man stelle nun den Nordpol, wenn die Declination der Sonnenördlich ist, oder den Südpol, wenn sie südlich ist, so viele Grade überden Horizont des Globus, als diese Declination beträgt (in unseremBeispiele wird also der Südpol in die Höhe von 16° 6'gestellt), und bringeWien unter den Meridian und den Zeiger auf 12 Uhr. In dieser Lageder Kugel ist der unter der südlichen Declination 16" 6' unter dem Ringestehende Punkr der höchste der Kugel und senkrecht über ihm stellt mansich die Sonne in unendlicher Entfernung vor., Die über dem Horizontedes Globus liegende Hälfte der Erde wird daher, in diesem Augenblicke,wo es in Wien Mittag ist, von der Sonne beschienen, während die an-dere, untere Hälfte Nacht hat. Alle Bewohner der Erde, die jetzt unterder oberen Hälfte des Ringes stehen, haben eben Mittag, denen in der