Gebrauch des Himmels- und Erd-Globus. «
Resultate sind auch Visconti und Paravey gekommen, die sich zulegt mitdiesen alten Thierkreisen, die man in Denderah, Latopolis, Esne undauch in Palmyra, Cathay und in mehreren Städten Indiens gefundenhat, beschäftigt haben. Die große Verschiedenheit dieser Altersbestim-mungen jener merkwürdigen Monumente der Vorzeit erregt den Ver-dacht, daß diese Denkmäler wohl nicht der Art sind, um aus ihnen selbstdie Zeit ihrer Entstehung mit Sicherheit abzuleiten, und daß die meistender eben angeführten Schliche auf bloße Meinungen und Ansichten ge-baut sind, die, bei dem Mangel aller anderen Hülfsmittel, weder einerWiderlegung, noch auch eines strengen Beweises fähig zu seyn scheinen.Selbst wenn man aus der Cvnftrnction dieser Bildliche mit Gewißheitbestimmen könnte, unter welche Gestirne die Erbauer derselben die Nacht-gleichen oder die Svlftitien versetzt haben — aber wie weit ist man nochvon dieser Bestimmung, über welche noch die größte Ungewißheit herrscht,entfernt — selbst dann noch würde man über das Alter dieser Denk-mähler keinen sicheren Aussprnch wagen können, da die bekannte Lustder Aegyptier und Jndier, mit einem hohen Alterthume ihres Volkeszu prahlen, sie leicht verleiten konnte, durch diese Monumente nicht denzur Zeit der Erbauung jener Tempel bestandenen, sondern einen vielfrüheren, vielleicht ganz imaginären Zustand des Himmels darzustellen.So haben uns die Engländer erst in unseren Tagen mit sehr alten Pla-netentafeln der Jndier bekannt geinacht, die sämmtlich von einer Con-junctivn aller Planeten anfangen, welche um das Jahr 3190 vor Chr. G.beobachtet worden seyn soll. Allein als man diese Tafeln, deren hohesAlterthum sie uns in der That ganz besonders merkwürdig gemacht hätte,näher untersuchte, fand man, daß sie noch eine andere, viel neuere Epochevoraussetzen, die in das Jahr 1491 nach Chr. G. fällt, und daß man,wenn man mit dieser Epoche und mit den mittleren Bewegungen dieserindischen Tafeln rückwärts rechnet, allerdings jene allgemeine Con-junction der Planeten findet, die aber demnngeachtet nicht statt gehabthat, weil unsere neuesten europäischen Tafeln, welche jene indischen anVollkommenheit weiter hinter sich zurücklagen, dieser Conjunction gänz-lich widersprechen und dadurch zugleich zeigen, daß jene erste, alterqraueEpoche nur eines jener vielen Opfer war, welche die auf ihr hohes Alter-thum stolzen Jndier ihrer Eitelkeit zu bringen für gut gefunden haben.
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Kapitel XM.
Gebrauch des Himmels- und Erd-Globus.
tz. 196. (Vortheile dieser Instrumente.) Es wurde bereits oben (Einl.tz. 3» und 3l) die Einrichtung des Globus und die Art erklärt, wieman denselben orientiren d. h. so stellen soll, daß er ein getreuesBild von der Lage des Himmels oder der Erde für jede gegebene Zeitund für jeden gegebenen Standpunkt des Beobachters auf der Oberflächeder Erde darstelle, so wie auch zugleich ebendaselbst erinnert worden ist,daß man, durch Hilfe eines solchen Instruments, eine große Anzahl vonAufgaben ohne Rechnung, zwar nicht ganz streng, aber doch ehr bequem