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Refraction, Präcession und Nutation.
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Wahrend demnach durch die Präcession die Länge aller Sterne gleich-förmig und jährlich um 50.2113 Secunden wächst und dabei die Breiteder Sterne ganz unverändert bleibt, weil die Schiefe der Ekliptik immerdieselbe ist, ändert sich auch die Nectascension und Declination (Einl.
22) der Sterne und zwar für jeden Stern auf eine andere Weise.Die Nectascension nimmt zwar auch bei allen Sternen zu, vbschon beijedem anders, diejenigen ausgenommen, die zwischen den beiden Polendes Aeguatvrs und der Ekliptik liegen, für welche die Nectascension mitder Zeit immer abnimmt. Die Distanz der Sterne von dem Pole desAequators aber nimmt für alle Sterne ab im l. und IV., und zu im !I.und !Il. Quadranten der Nectascension. Daher kömmt es, daß jetztmehrere Sterne am nördlichen Himmel für uns auf und unter gehen,die früher immer über dem Horizonte verweilten. So sagt z. B. Homervon dem Sternbilde des großen Bären: »daß er sich nie in dem Oceanbade," und in der That ging dieses Sternbild für das südliche Griechen-land zu Homer's Zeiten (900 Jahre vor Chr. G.) nicht unter, vbschonjetzt bereits mehrere Sterne des großen Bären daselbst untergehen, sodaß die neueren Dichter dieses Landes sagen könnten, daß er wenigstensseine Füße täglich in den Fluthen des Oceans wasche. Der Nordpoldes Aequators geht nämlich, wie aus dem Vorigen folgt, seit langerZeit immer mehr an dem großen Bären weg, um sich dem Cepheus zunähern, wodurch die nördliche Declination aller Sterne des Bären im-mer kleiner wird.
191. (Scheinbare Verrückung der Sterne durch die Präcesflon.) Durchdie Wirkung der Präcession geht der Frühlingspunkt, also auch der.Herbstpunkt, in jedem Jahrhundert um 1.5947 Grade rückwärts, wo-durch daher die Länge aller Sterne mit der Zeit sehr verändert wird. ,So fand Hipparch i. I. 130 vor Chr. die Länge der Spica oder derKornähre in dem Sternbilde der Jungfrau gleich 174". Von jener Zeitbis zum Jahre 1834 sind 1964 Jahre verflossen, in welchen die Längedieses Sterns um 27°.4 zugenommen hat, so daß sie jetzt 20I°.4 beträgt.Um eben so viel ist also auch die Länge aller andern Sterne vorgerüflt.
Die Sternbilder des Thierkreises (S. 80) und die Namen derselbenwurden wahrscheinlich zu einer Zeit erfunden, wo diese Namen noch mitden Jahreszeiten im Zusammenhange standen. So hieß der Widder,in desien Vorderfüßen damals der Frühlingspunkt gestanden haben mag,dasjenige Zeichen, in welchem sich die Sonne über dem Aequator zu er-heben anfängt. Der Löwe, in dem die Sonne zur Zeit des höchstenSommers erschien, sollte die größere Hitze dieser Jahreszeit, die Waagedie Gleichheit des Tages und der Nacht zur Zeit des Herbstäquinoctiumsbezeichnen u. dgl. Diese Bedeutung der zwölf Himmelszeichen kann aberjetzt nicht mehr gelten, wo sie alle, durch die Präcession, um beinahe30 Grade vorgerückt sind, so daß jetzt der Frühlingspunkt im östlichenEnde des westlichen Fisches und der Herbstpunkt auf der südlichen Schul-ter der Jungfrau steht. Wenn daher die älteren Astronomen die Längeder Sterne durch diese Himmelszeichen angaben und z. B. für einenStern, dessen Länge 90 Grade betrug, sagten, daß er in der Mitte desKrebses stehe, oder daß seine Länge z. B. T 10° sey, so war dieß demdamaligen Stande des Himmels ganz angemetzen. Wenn aber dieseSprache auch jetzt noch von einigen Astronomen oder wenigstens in un-seren Kalendern beibehalten wird, so ist sie ganz unzweckmäßig und solltedaher nicht weiter angewendet werden, da sie nur zu Irrungen Anlaßgeben kann. So liest man in unseren Kalendern und selbst noch inmanchen astronomischen Ephemeriden, daß der Mond an einem gewissen
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