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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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228
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22^ Refraktion, Pracesston und Nutativn. §. »87.

bemerken, während diese, bei einem höheren Stande des Mondes, unsverlassen, um an ihnen gleichsam die Distanz des Mondes von uns ab-zumessen. Aus derselben Ursache scheinen uns auch die helleren Gestirnegrößer und näher zu seyn, als die anderen, und Jupiter z. B.. wenn ernahe bei Mars steht, erscheint uns wohl viermal großer, als Mars, ob-schon er in der That nur doppelt so groß erscheinen sollte. Dazu kömmtnoch, daß stark beleuchtete Gegenstande, vielleicht wegen einer Unvoll-kommenheit in dem Bau des Auges, mit einem parasitischen Lichte, miteinem eigenen Zerstreuungskreise der Lichtstrahlen, umgeben sind, wo-durch sie uns desto größer erscheinen, je Heller sie beleuchtet sind. Inguten Fernröhren fällt dieses falsche Licht ganz weg, daher wir durchdieselben die Gestirne unter viel kleinerem Durchmesser sehen, als mitfreien Augen, worüber man die mit diesen optischen Täuschungen unbe-kannten Gäste auf den Sternwarten sich oft genug verwundern Hort, dasie so gewiß erwarten, die Gestirne durch das Fernrohr viel größer, alsmit freien Augen, zu sehen. Nach Jurin's Versuchen sieht ein sonst ge-sundes Auge den Durchmesser Jupiters nahe siebenmal, und den derVenus zwölfmal größer, als sie ohne diese Irradiation der Lichtstrahlenin unserem Auge erscheinen würden. Die Fixsterne der ersten Größesehen wir mit freiem Auge unter einem Durchmesser von drei bis vierMinuten, während sie in ganz fehlerfreien Teleskopen noch nicht eineeinzige Secunde betragen. Und doch wird Niemand, der nur mit eini-ger Aufmerksamkeit durch ein Telescop gesehen hat, behaupten wollen,daß dadurch die Gegenstände nicht größer und zugleich viel schärfer gese-hen werden, da er nahe Sterne, die für das freie Auge nur einen mat-ten Lichtpunkt gaben, durch das Fernrohr doppelt und durch große Zwi-schenräume getrennt, sieht, und neben ihnen noch eine Menge andererSterne erblickt, die er früher gar nicht bemerken konnte.

Aus derselben Ursache scheint uns auch die beleuchtete Sichel desMondes einer viel größeren Kugel anzugehören, als die von ihr einge-schlossene Dunkle, die man bald nach dem Neumond noch zu sehen pflegt(§. 165), so wie auch bei den Finsternisien der Sonne und des Mondesder noch übrige helle Theil noch immer viel größer erscheint, als er durchunmittelbare Messung gefunden wird.

Mit der erwähnten scheinbaren größeren Entfernung der Gestirneam Horizonte steht auch die Gestalt des ganzen Himmelsgewölbes, wiesich dasselbe unserem Auge darstellt, in unmittelbarer Verbindung. DerHimmel erscheint uns nämlich nicht als eine Halbkugel, sondern als einin seinen höheren Theilen sehr gedrücktes Gewölbe. Wenn wir z. B.den Mond genau in der Mitte zwischen Horizont und Zenith, also inder Höhe von 45" zu sehen glauben, mid wenn wir dann diese Höhe mitirgend einem Instrumente wirklich megen, so finden wir, daß die wahreHöhe des Mondes nur 23", also nur die Hälfte von derjenigen ist, diewir zuvor bloß nach dem Augenmaße geschätzt haben. Daraus folgt,wie man durch Rechnung zeigen kann, daß uns die Höhe des Himmelsge-wölbes nur als der ^/.ote Theil der Weite desselben erscheint. Ist also(Fig. 11) die Erde, und stellt der mit ihr concentrische Kreisbogeneinen Theil des Himmelsgewölbes vor, dessen höchster Punkt Ü ist unddessen Basis von dem Horizonte ^ des Beobachters in ^ begränztwird, so wird diesem Beobachter, wenn ihm die horizontale Distanzvon ihm bis zu dem Himmel, z. B. gleich 10 Meilen erscheint, die ver-tikale Entfernung ^11 nur 3 Meilen zu betragen scheinen.

§. 187. (Terrestrische Refraktion.) Aus dem Vorhergehenden folgt,daß der Lichtstrahl, wenn er von irgend einem Punkte zu einem anderen