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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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Refraction, Pracesston und Nutation.

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Wien, dessen geogr. Breite 48°.2 ist, die Sonneam 2iz^en N-al niid ain 24sten Julius, wo ihre Declination 20 Gradebetragt, nm .! M. 53 S. früher auf und später unter, als sie ohne Re-srattlvn thun ivnrde, und dazzelbe hat auch am 2lsten Januar und am22zren November Starr. An diesen ?agen wird daher die Dauer derSonne über dem Horizonte durch die Refraction um 7 M. 4li S. verlän-gert. Zur größere Breiten und größere Declinationen wird dieser Un-terschied immer beträchtlicher.

Die starke Refraction am Horizonte ist die Ursache der auffallendenGeztalt der Sonne und des Mondes bei dem Auf- oder Untergänge die-ser Himmelskörper, wo sie an ihrem oberen und noch mehr an ihremunteren Rande stark abgeplattet erscheinen. Wenn die Sonne eben ganzaufgegangen ist und ihr unterer Rand noch im Horizonte steht, so wirdderselbe durch die Horizontatrefraction um 33 M. erhöht (§. 185). Derobere Rand aber, der bereits eine Höhe von 32 M. über dem Horizontehat, leidet durch die Refraction nur eine Erhöhung von 28 M. , so daßdaher der höchste und tiefste Punkt der Sonne einander um volle fünfMinuten näher gebracht werden, während der östliche und westliche Punktdes Sonnenrandes durch die Refraction gleichmäßig erhöht und daher inihrer Entfernung von einander nicht verändert werden.

Diese Horizontatrefraction ist auch der Grund, warum man bei sol-chen Mondesfinsternizzen, die am Horizonte Statt haben, den Mond so-wohl, als auch die Sonne über dem Horizonte sieht, obfchon diese bei-den Himmelskörper zu jener Zeit um volle 180 Grade von einander ent-fernt seyn müzzen.

Uebrigens erscheinen uns die Gestirne, wenn sie nahe am Horizontestehen, in ihrem Lichte sehr geschwächt, so daß wir z. B. die Sonne beiihrem Auf- und Untergange ohne Schmerzen betrachten können, währendsie um Mittag unsere Augen blendet. Die Ursache dieser Erscheinungliegt darin, daß die Sonne, wenn sie in der Nähe des Horizontes, in.V (Fig. 25) ist, ihre Strahlen durch den Weg ul! in der Atmosphäreschickt, während sie, bei einer größeren Höhe der Sonne in 8, durchden Weg gehen. Jener Weg ist aber bedeutend länger, als dieser,und er geht überdieß durch einen größeren Raum der unteren, der Erdenäheren und daher dichteren Luftschichten, wodurch das Licht der Sonnesehr geschwächt wird. Nach Bouguer hat man für die Stärke des Sich-res der Himmelskörper, wenn man sie außer unserer Atmosphäre gleichder Einheit setzt, fürdie Zenithdistanz von 0° . . 20° 40° 00° 70° 80° 00°

, 0.8l 0.80 0.70 0.00 0.55 0.3l 0.00!,

so daß daher die Lichtstärke der Sonne am Horizonte über 8!0mal schwä-cher ist, als im Zenithe.

Diese Schwächung des Lichtes durch die dichteren Schichten der At-mosphäre in der Nähe der Oberstäche der Erde ist auch die Urzache,warum man die Sonne und den Mond bei ihrem Auf- oder Untergängeso viel größer sieht, als wenn sie hoch am Himmel ziehen. Wir sinddurch die irdischen Objecte gewöhnt, die matter beleuchteten auch für dieweiter entfernten zu halten, und tragen dieselbe Erfahrung auch, vbzchvnmit Unrecht, auf die Gestirne über. Der Mond erscheint dem Auge imAllgemeinen immer von derselben Größe, aber da unzer Urtheil ihn,in der Nähe des Horizontes, weiter von uns setzt, zo werden wir veran-laßt, ihn hier für größer zu halten, in welcher Ansicht wir auch durchdie vielen Zwischenobjecte, Häuser, Bäume, Berge u. f. bestätigt wer-den, die wir zwischen uns und dem Monde, wenn er sehr tief steht,