.»2s; Refraction, Präcessivn und Nutation. ,8v.
stanz addirt, die wahre oder diejenige gibt, welche man beobachtenwürde wenn unsere Erde von keiner Atmosphäre umgeben wäre, oderwenn wir alte Gestirne an demjenigen Orte des Himmels sehen konn-ten, den sie in der That einnehmen.
Ohne hier diese Tafel mitzutheilen, wird es genügen, folgendeEigenschaften der Refraction zu bemerken: 1) für Sterne im Zenith desBeobachters verschwindet die Refraction. 2) Je größer die Zenithdistanzdes Sterns ist, desto großer ist auch die Refraction, bis sie endlich, fürSterne, die im Horizonte erscheinen, am größten ist, und dann nahe0° 33' beträgt. 3) Von der Entfernung der Gestirne ist sie ganz unab-hängig, weil sie alle weit außer unserer Atmosphäre liegen und die Re-fraction nur durch die letzte bedingt wird. 4) Bis zur scheinbaren Ze-nithdistanz von 45 Graden läßt sich die Refraction noch genau genugdurch das Produkt vou 58 Secunden in die Tangente der scheinbarenZenithdistanz darstellen, aber für weiter vom Zenithe entfernte Sterneist der Ausdruck für die Refractiou mehr zusammengesetzt. 5) Endlichändert sich die Refraction mit dem Zustande der Atmosphäre, besonderswenn die Dichte oder die Temperatur desselben sich ändert, daher mannoch zwei Correctionen an die Refraction anbringt, deren erste von demBarometer und die zweite von dem Thermometer abhängt.
H. 186. (Hon'zontalrefraction.) Wenn ein Gegenstand, z. B. dieSonne(Fig. 25), auch noch unter dem Horizonte IUI des Beobach-ters in L ist und also für denselben noch unsichtbar seyn sollte, so wirdder von ihr ausgehende Lichtstrahl sobald er die Atmosphäre in utrifft, dieselbe ebenfalls in einer krummen Linie uL durchlaufen, und derBeobachter wird die Sonne in der Richtung der letzten Tangente dieserCurve, d. h. in der Höhe über seinem Horizonte erblicken. Dieß
ist die Ursache, warum für alle Orte der Erde die Sonne früher aufund später unterzugehen scheint, als sie in der That durch den Horizontdieser Orte geht. Durch die Refraction werden also die Tage verlän-gert. Diese Verlängerung ist besonders für die Gegenden innerhalb derPolarkreise sehr wohlthätig, wo die Sonne noch mehrere Tage, ja Wochenüber dem Horizonte gesehen wird, wenn sie gleich schon in der That un-ter ihm steht und die lange Nacht dieser kalten Zonen bereits eingetre-ten seyn sollte. Die folgende Tafel zeigt diese Beschleunigung des Auf-ganges oder Verzögerung des Untergangs der Gestirne, also auch derSonne, für verschiedene Polhöhen und Declinationen.
I
Geogr. Breite.
Nördl. oder südl. Declination.
0"
10°
20°
30°
6"10»20°30°40°
2M. I2S.
2 142 202 322 52
2M. I4S.2 162 232 362 57
2M. 20S.
2 222 31
2 46
3 12
2M. 32S.2 36
2 46
3 73 47
50°
3 25
3 33
4 2
5 27
54°
3 45
3 55
4 36
7 7
58°
4 0
4 24
5 26
12 32
62°
4 41
5 3
6 50