185. Refraction, Präcesston und Nntation.
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trifft, so ist der Winkel dieser beiden Tangenten die eigentlicheAblenkung des Strahls, die durch die Refraktion hervorgebracht wird,oder dieser Winkel ist die gesuchte Refraction oder die Strahlen-brechung des Sterns 5 für die scheinbare Zenithdistanz 7L8, in welcherihn der Beobachter in U sieht.
§. 185. (Bestimmung der Größe der Refraktion.) Es ist nun Sacheder Geometrie, die Größe dieses Winkels oder die Refraction derGestirne für jede scheinbare Zenithdistanz zu bestimmen. Man
steht von selbst, daß diese Bestimmung durch daS ganze Gebiet der prak-tischen Astronomie von der größten Wichtigkeit ist, da sie alle unsereBeobachtungen ohne Ausnahme afficirt, und da wir durchaus von keinemHimmelskörper den wahren Ort angeben können, den er im Weltraumeeinnimmt, wenn wir ihn nicht zuerst von dieser optischen Täuschung be-freit haben, durch welche wir alle diese Körper höher über dem Hori-zonte sehen, als sie es in der That sind.
Unglücklicher Weise ist aber diese Aufgabe sehr schwer mit vollkom-mener Schärfe zu lösen. Wir haben bereits oben (tz. 162) gesagt, daßdie Dichte der Luft, die, nach Mariotti's Gesetz, in jedem Punkte der-selben dem Drucke der oberen Schichten proportional ist, durch die inden höheren Gegenden der 'Atmosphäre herrschende Kälte wieder ver-größert wird. Man nimmt gewöhnlich an, daß für jede Erhöhung vonnahe 670 Par. Fuß über die Oberfläche der Erde die Temperatur derAtmosphäre um einen Grad Neaum. abnimmt. Allein diese 'Annahmeist keineswegs hinlänglich begründet. Unsere größten Berge und selbstunsere höchsten Luftfahrten sind noch viel zu wenig entscheidend, um vonihnen eine sichere Belehrung über die Constitutivn der höchsten Luft-schichten hoffen zu können "). Mit einem Worte, das Gesetz, nach wel-chem sich die Kälte in den Höberen Gegenden und also auch die Dichteder Luft daselbst ändert, ist uns noch so gut als gänzlich unbekannt, undso lange wir die Dichte der Luft in ihren verschiedenen Schichten nichtkennen, ist es auch nicht möglich, die Refraction, die ganz von dieserDichte abhängt, zu bestimmen. Dieser Hindernde ungeachtet haben dieAstronomen, besonders in den letzten Zeiten, die Theorie der Refractionso weit vervollkommnet, daß sie nun, selbst für unsere genauesten Beob-achtungen, wohl nur sehr wenig mehr zu wünschen übrig läsit. Siehaben und Tafeln geliefert, aus welchen man für jede beobachtete Zenith-distanz die Refraction finden kann, die, zu der beobachteten Zenithdi-
Der höchste Berg der Erde, der Dhawalagiri in Ostindien, beträgt nochnicht 25009 Par. Fuß, und die größte Höhe, die je ein Luftfahrer er-reicht hat, ist die des Gav-Lussac, von nahe 25000 Pur. Fuß. DieseHöhen sind viel zu gering, um dadurch über die Konstitution der ober-sten Schichten unserer Atmosphäre entscheidende Resultate zu erhalten.Auf einem Erdglobus von 16 Zoll im Durchmesser würden jene Höhennur den hundertsten Theil eines Zolls oder den zehnten Theil einer Liniegeben. Noch geringer sind die Tiefen unter der Oberstäche der Erde,zu denen wir bisher gekommen sind, von denen die größte nur 2500P. Fuß beträgt. Wir kennen also von Dem, was über und unter derOberstäche der Erde ist, kaum so viel, als aus jenem Globus die Dickeseines gewöhnlichen Ueberzuges von Papier beträgt. Die größte Höheendlich, welche unsere feinsten Wolken noch erreichen können, scheintnicht über 49000 P. Fuß oder zwei d. Meilen zu betragen.
Littrow.