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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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§. 172173. Der Mond der Erde u. die Satelliten d. übrig. Planeten. 211

gen, daß der Mond in der Folge der Zeiten auf die Erde stürzen undsich mit ihr vereinigen werde. Zwar nähert er sich ihr schon seit langer^e»t, und wird sich ihr noch ferner nähern, aber nur bis zu einer be-stimmten Gränze, von welcher an er wieder von der Erde steh allmäh-lig entfernen wird.

§. 172. (Beleuchtung der Erde ist nicht der Zweck des Mondes.) Manglaubt gewöhnlich, dast der Mond nur der Erde und zwar der Beleuch-tung ihrer Nächte wegen da sey. Allein wenn die Natur diesen Zweckgehabt hätte, so wurde sie ihn nur sehr unvollkommen erreicht haben,da beinahe die Hälfte der Nächte eines jeden Monats ohne Mondlichtist. Hätte sie diese Absicht in der That gehabt, so würde sie dieselbesehr leicht erreicht haben, wenn der Mond im Augenblicke seiner Entste-hung im Vollmonde oder der Sonne gegenüber, und zwar in einer Ent-fernung von der Erde gestanden wäre, die nahe den hundertsten Theilder Entfernung der Erde von der Sonne betragen hätte, und wenn da-mals die Geschwindigkeit des Mondes ebenfalls der hundertste Theil derGeschwindigkeit der Sonne gewesen wäre. Denn dann würde der Mondder Sonne immer gerade gegenüber gestanden, oder immer im Vollmondegeblieben seyn, und selbst die Finfterniye, die uns jetzt zuweilen seineuAnblick rauben, würden in dieser Entfernung nicht mehr Statt gehabthaben. Damit er aber, in einer beinahe viermal größern Distanz, aucheben so viel Licht im Vollmonde, als jetzt, auf die Erde restectiren könne,hätte seine Oberfläche auch eben so vielmal vergrößert werden müssen.Da jedoch der große Urheber der Natur dieses einfache Mittel, welchesallein zu jenem Zwecke führt, nicht gewählt hat, so müssen wir voraus-setzen, daß er auch diesen Zweck nicht erreichen wollte, und daß es daherseine Absicht nicht gewesen seyn kann, den Mond bloß für uns hinzustel-len, oder ihn zum Fackelträger oder zum Diener der Erde zu machen.

H. 173. (Verwickelte Bewegungen des Mondes.) Wenn man die oben(tz. 141) erklärten elliptischen Bewegungen der Planeten auf die Beob-achtungen des Mondes anwendet, so sieht man bald, daß sie allein nichthinreichen, den Ort dieses Satelliten am Himmel für jede Zeit zu be-stimmen. Man bemerkt nämlich, daß die Bewegung des Mondes sehrunregelmäßig, und großen Ungleichheiten unterworfen ist, die sich aberbeinahe alle auf den Stand desselben gegen die Sonne beziehen.

Die größte dieser Ungleichheiten, und zugleich die erste, die man inden Beobachtungen des Mondes erkannt hat, ist die sogenannte Evection.Sie ist gleich dem Winkel 1°.342 multiplicirt in den Sinus der doppel-ten Winkeldistanz des Mondes von der Sonne, weniger der Winkel-distanz des Mondes von seinem Perigeum. Zur Zeit der Syzygien ver-mischt sich die Evection mit der Gleichung der Bahn (Z. 141), daher diealten Griechen, welche den Mond nur in seinen Syzygien, wo allein dieFinsternisse sich ereignen, beobachteten, diese Gleichung der Bahn desMondes um die ganze Evection zu klein gefunden haben.

Eine andere Ungleichheit ist die Variation, die gleich 9°.595 mul-tiplicirt in den Sinus der doppelten Winkeldistanz des Mondes von derSonne. Diese Ungleichheit verschwindet daher in den Syzygien sowohl,als auch in den beiden Quadraturen, und sie hat ihren grozzten Werthzwischen den Syzygien und Quadraturen oder in den sogenannten Octan-ten des Mondes.

Die jährliche Gleichung endlich ist gleich 9".187 multiplicirt inden Sinus der mittleren Anomalie (§. 149) der Sonne, und durch siewird die Bewegung des Mondes beschleuniget, wenn die der Sonne, zurZeit unseres Sommers, verzögert wird und umgekehrt.

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