211) Der Mond der Erde u. die Satelliten d. übrig. Planeten. §. 171.
gemeinen Jahre um diesen Winkel rückwärts in der Ekliptik. Darausfolgt die sideriscbe Revolution der Knoten gleich 6793.28587, und die tropi-sche gleich 6798.17704 Tagen. Berechnet man daraus die Revolution desMondes selbst in Beziehung ans diese Knoten, so findet man sie gleich27.2Z2I4 Tagen, oder in dieser -Zeit vollendet der Mond zwei nächsteDurchgänge durch denselben Knoten. Man nennt diese Zeit in der Ka-lendersprache den Drachen monat.
Einer ähnlichen Bewegung sind auch die Apsiden der Mondesbahnunterworfen, oder die Endpunkte der großen Axe derselben, die mananalog mit H. 137 das Perigeum und Apogeum der Mondesbahn nennt.Sie gehen nämlich beide während einem gemeinen Jahre von 365 Tagen,in Beziehung auf die Fixsterne, durch einen Bogen von 40°.6488 vor-wärts, woraus wieder folgt, daß die fiderifche Revolution der Apsiden3232.56753, die tropische aber 3231.46119 Tage, und daß endlich dieRevolution des Mondes selbst in Beziehung auf diese Apsiden, d. h.daß die anomalistische Revolution des Mondes 27.55490 Tage beträgt.
H. 171. (Säculäre Aenderung der mittleren Bewegung des Mondes.)Der Theorie und den Beobachtungen zu Folge ist die siderische Revolu-tion aller Planeten (§. 140) eine unveränderliche Größe, da sie inden ältesten Zeiten ganz eben so groß, wie in den neuesten, gefundenwurde (H. 125). Weil aber diese Revolutionen unmittelbar durch dasdritte Gesetz Kepler's (H. 146) von den großen Axen der Planetenbahnenabhängen, so muß man also auch diese Axen als konstante und füralle Zeiten unveränderliche Größen betrachten. Es ist sehr merkwürdig,daß diese Größen am Himmel die einzigen sind, die keiner Veränderungunterworfen sind, während alles andere in immerwährender Bewegungist,' und während selbst die Gränzpunkte und Normalebenen, auf diewir alles beziehen, der Frühlingspunkt, der Aequator, die Ekliptik u. s. w.ihren Stand am Hinnnel beständig wechseln. Wir werden weiter untenauf diesen sehr interessanten Gegenstand wieder zurückkommen, und be-merken hier nur, daß der Mond von jenem allgemeinen Gesetze eineArisnahme zn machen scheint. — Wenn man die ältesten Beobachtungendesselben mit den neueren vergleicht, so findet man, daß die siderischeRevolution desselben immer kleiner, daß also die mittlere Bewegung des-selben (H. 140) immer schneller wird. Eine unmittelbare Folge diesersonderbaren Erscheinung, verbunden mit dem dritten Gesetze Kepler's,würde die immerwährende Verkleinerung der großen Axe der Mondes-bahn, also eine ftätige Annäherung des Mondes zur Erde, und end-lich, in der Folge der Zeiten, ein Zusammentreffen dieser beiden Ge-stirne seyn.
Den Astronomen war die Ursache dieses Phänomens, welches gleich-sam von der Natur eine Ausnahme macht, und für uns mit der Zeitvon den wichtigsten Folgen seyn muß, lange verborgen. Endlich fandensie, nicht ohne große Mühe, daß diese Beschleunigung der mittleren Be-wegung des Mondes, und eine ihr analoge Verzögerung der mittlerenBewegung des Knotens und der Apsiden der Mondesbahn, ihren Grundin der Veränderlichkeit der Excentricität der Erdbahn habe. Nach derTheorie hatte diese Excentricität der Erdbahn in dem Jahre 11400 vorunserer Zeitrechnung den größten Werth von 0.01965, und sie nimmtseit jener Epoche durch 36900 Jahre immer ab, bis sie in dem Jahre25500 nach Chr. G. ihren kleinsten Werth 0.0039 erreichen, und dannwieder allmählig zunehmen wird (vergl. H. 150). In dieselbe große Pe-riode von 36900 Jahren sind also auch jene drei Veränderungen desMondes und seiner Bahn eingeschlossen. Man darf daher nicht besor-