Der Mond der Erde u. die Satelliten d. übrig. Planeten. §. i»?.
als wenn die feste Masse des Mondes durch eine Stange, die durch denMittelpunkt der Erde und des Mondes geht, mit uns unveränderlichverbunden wäre, und an dieser Stange in jedem Monate um uns herumgeführt wurde. . ^ - SG,
Diese Sonderbarkeit in der Bewegung des Mondes, die wir auchbei den Monden aller übrigen Planeten wieder finden werden, hat zueinem langen und sonderbaren Streite unter den Gelehrten Anlast gege-ben. Newton war es, der jene Erscheinung zuerst durch folgende Worteausdrückte: »Der Mond zeigt uns immer dieselbe Seite, also dreht er„sich um seine Axe." Andere Astronomen wollten aber daraus geradedas Gegentheil schließen, dast er sich nämlich nicht um seine Axe drehe,eben weil er uns immer dieselbe Seite zuwendet.
Ohne uns hier bei der Geschichte dieser Discussiouen länger aufzu-halten, wollen wir nur bemerken, daß die Sache in letzter Instanz sichmit einem Wortftreite endet, und dast man, je nachdem man das WortDrehen in einem oder dem andern Sinne nimmt, eben so gut sagenkann, der Mond drehe sich, als er drehe sich nicht. Etwa so, wie manvon dem Tische, auf dem man schreibt, ganz mit demselben Rechte sagenkann, er habe eine, und er habe keine Bewegung. Er hat keine, weiler seinen Ort gegen die nächsten Umgebungen, gegen die Wände desZimmers, nicht ändert: und er hat eine, weil er auf der Erde ist, die,wie Jeder weist, sich um die Sonne und überdiest noch um sich selbstbewegt, und mit der sich daher auch der Tisch bewegen muß.
Das Mißverständnis; bei dem Monde kam daher, weil wir densel-ben aus der Erde, aus dem eigentlichen Mittelpunkte seiner Bewegung,betrachten. Denken wir uns aber ein Auge außer der Mondesbahn,z. B. in der Sonne 8 (Fig. 26), so wird dasselbe zur Zeit unseres Neu-mondes in ^ die uns immer verborgene Seite, zur Zeit des Vollmon-des in aber, zugleich mit uns, die uns immer sichtbare Seite desMondes sehen, und für einen solchen Beobachter würde es daher keinemweiteren Zweifel unterliegen, dast der Mond sich in der That, und zwarin derselben Zeit um seine Ave dreht, in welcher er um die Erde geht,oder dast die Rotation desselben seiner Revolution, sein Jahr seinem Tagegleich ist.
§. 167. (Jahreszeiten des Mondes.) Die Jahreszeiten der Erde hän-gen, wie wir im siebenten Kapitel gesehen haben, von dem Winkel,welchen der Aeguator der Erde mit der Ebene ihrer Bahn um die Sonnemacht, oder von der Schiefe der Ekliptik ab. Je kleiner dieser Winkelist, desto weniger sind die Jahreszeiten von einander verschieden, undwenn diese beiden Ebenen ganz zusammenfielen, so würde ein immer-währender Frühling auf der ganzen Erde herrschen.
Nun ist die Bahn des Mondes, die er um die Erde beschreibt, gegenden Aeguator dieses Satelliten nur um den kleinen Winkel von 6.6 Gra-den geneigt. Zwischen beiden liegt die Ebene der Erdbahn oder derEkliptik in der Mitte, so das; sie mit der Mondesbahn einen Winkelvon 5°.1 bildet. Da aber die Durchschnittslinie der Mondesbahn mitder Ekliptik, oder die Knotenliuie derselben, sehr veränderlich ist, undin 19 Jahren ihren ganzen Umkreis um die Erde vollendet, so wird die-selbe Hälfte der Bahn 9'/- Jahre über, und 9'/? Jahre unter der Eklip-tik liegen, so daß man, der Wahrheit gemäster, sagen kann, daß dieMondesbahn mit der Ekliptik ganz zusammenfalle, und daher mit demMondesäquator nur den sehr kleinen Winkel von 1°.5 bilde. Aus die-ser Ursache gibt es daher auf dem Monde beinahe gar keinen Unter-