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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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192
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IS2 Nächste Folgen d. elliptischen Bewegung d. Planeten. §. isz.

deren Durchschnittspunkte wir uns die Sonne vorstellen, so wird dieelliptische Bahn der Erde für den Anfang dieses Jahrhunderts die in derZeichnung angegebene Lage haben, wo das PeriHelium und ^ dasAphelium, also ^15 die große Axe der Erdbahn ist. In dieser Bahn istdie Erde zur Zeit des Frühlingsanfangs in demjenigen Punkte, wo dieEllipse von der Linie geschnitten wird, und eben so ist sie im An-fange des Sommers, des Herbstes und des Winters der nördlichen He-misphäre in denjenigen Punkten, wo die Ellipse von den Linien 0^, (1vund geschnitten wird, welche vier Punkte die Erde (nach §. 86) inder genannten Ordnung znr Zeit des 2iften März, 2tften Junius, 23stenSeptembers und 2lsten Decembers einnimmt. Wird die Ebene des Aequa-tors durch die des Papiers vorgestellt, so wird diese Ebene von jener derEkliptik, in welcher die Erdbahn liegt, in der Linie und zwar so ge-schnitten, daß der Theil der Ellipse, der von gegen 2> zu liegt,über, der andere, gegen Z zu liegende Theil aber unter der Ebenedes Papiers liegt. In jenem Theile, der auch das PeriHelium enthält,ist die Erde zur Zeit unseres Winters, d. h. vom Anfang des Herbstesbis zum Anfang des Frühlings, und in dem andern Theile hält sie sichzur Zeit unseres Frühlings und Sommers auf, so daß also, wie mansieht, die Erde im Winter der Sonne näher steht, als im Sommer.

Da nun die Bewegung der Erde im PeriHelium am schnellsten undim Aphelium am langsamsten ist, so ist klar, daß jetzt Frühling undSommer zusammengenommen etwas länger dauern, als Herbst undWinter. Der Unterschied beträgt in unserem Jahrhundert nahe achtTage. Berechnet man nämlich mittelst der in tz. 144 gegebenen Son-nentafel die Tage des Jahres, an welchen die Länge der Sonne gleich0, 90, I8S und 270 Grade beträgt, so erhält man die Dauer einer jedender vier Jahreszeiten. Man findet so die Zeit von dem Augenblicke, wodie Sonne im Frühlingsäquinvctium ist, bis zu dem, wo sie in dasSommersolstitium (tz. 86) tritt, oder die Dauer des Frühlings auf dernördlichen Hemisphäre gleich 92.91 Tage, und eben so dauert jetzt derSommer 93.57, der Herbst 89.70 und der Winter 89.07 Tage. DieSumme der beiden ersten beträgt 186.48 und die der beiden letzten 178.77Tage, also 7.71 Tage weniger, als die erste Summe. Diese längereDauer der beiden wärmeren Jahreszeiten wird bestehen, so lange dasPerihel?um der Erde auf derjenigen Seite der Aequinoctialliniebleibt, wo es jetzt ist. Aber in der Folge der Zeiten wird sich dieses Verhält-niß umkehren, und dann wird die kältere Jahreszeit die längere seyn.

153. (Dauer der Jahreszeiten in verschiedenen Jahrhunderten.) Wirhaben bereits oben (H. 142) gesehen, daß die Elemente aller Planeten-bahnen mir der Zeit veränderlich sind, mit Ausnahme der großen Axe,die, wie wir später zeigen werden, immer dieselbe bleibt. Allein dieseAenderungen sind sämmtlich sehr gering, und i^berdieß in gewisse Perio-den eingeschlossen, während welchen sie, meistens zwischen sehr engenGränzen, auf und ab gehen, wie die Schwingungen eines Pendels, ohnejene Gränzen je zu überschreiten. Beispiele solcher periodischen Aende-rungen haben wir schon oben bei der Abnahme der Schiefe der Ekliptikund erst in diesem Kapitel (H. 150) bei der Aenderung der Ercentricitätder Erdbahn gefunden.

Bloß die Bewegung der Apsiden macht davon eine Ausnahme. Zwargehen auch sie bald langsamer, bald geschwinder, aber doch zugleich im-mer nach derselben Richtung fort, so daß sie in keine bestimmtenGränzen eingeschlossen sind, und allmählig, wenn gleich in Perioden vonvielen Jahrtausenden, endlich den ganzen Himmel durchwandern. Wir