Kepler's Gesetze.
rar-rar.
neten von der größten Wichtigkeit ist. Es ist, wie weiter nnten gezeigtwerden wird, ein ganz allgemeines Gesetz, das nicht bloss den Planeten,sondern überhaupt allen Körpern zu Grunde liegt, die sich um einenfesten Punkt, als Eentralpunkt ihrer Bahnen, bewegen.
5). 133. (Untersuchung der wahren krummen Linie der Planetenbahnen.)wildem also Kepler die Beobachtungen Tycho's mit der Hypothese desEvpernicus verglich, nach welcher alle Planeten in Kreisen um die Sonnegehen, und indem er fand, daß sich diese Beobachtungen durch jene Hy-pothese nicht mit der erforderlichen Genauigkeit darstellen ließen, warer gleichsam gezwungen, irgend eine schickliche Aenderung jenes Systemsvorzunehmen, um dadurch jene so wünscheuswerthe Uebereinstimmung zuerhalten. Sein Verdacht siel gleich anfangs auf jene Kreise, welche dieAlten bloß aus dem Grunde eingeführt hatten, weil der Kreis, nachihrer Ansicht, unter allen krummen Linien die vollkommenste, also auchdie der Natur angemessenste, ja die ihr allein würdige seyn sollte, t^owenig entscheidend solche bloß metaphysische Ursachen für die Kenntnißder Natur, die sich nur durch unmittelbare Beobachtungen erhalten läßt,auch immer seyn mögen, so wußte sich doch diese Idee bald allgemeinenEingang zu verschaffen, und sie blieb, bis zu dem Anfang des sieben-zehnten Jahrhunderts, die herrschende Meinung, nicht bloß der Menge,sondern auch der eigentlichen Astronomen. Cvperuicus, der sich doch sowenig von Vorurtheilen leiten ließ, daß er vielmehr sein ganzes Lebendarauf verwendete, eines der ältesten und hartnäckigsten, das sich desmenschlichen Geistes bemeistert hatte, zu besiegen, konnte sich doch vondiesem nicht trennen, und so groß auch sein Verdienst um die Wissen-schaft war, so beschränkt es sich doch nur darauf, die von den Alten ein-geführten Kreise anders zu vertheilen, aber diese Kreise selbst, andie er eben so fest, wie alle seine Vorgänger, glaubte, wagte er nichtzu berühren.
Keplern fehlte dieser Muth nicht, und er ging mit Kraft und Aus-dauer an sein für jene Zeiten großes, und mit vielen Schwierigkeilenverbundenes Werk. Es ist hier nicht der Ort, die Leser durch alle dieLabyrinthe von Schlüssen und Rechnungen zu führen, die er selbst durch-wandern mußte, um seinen Zweck zu erreichen. Er theilte uns die Resul-tate dieser Arbeiten in seinem Werke: ^.«lronomiu uovu <!<> inotil>n5 xwstneAlui'tm. IK-uKue iiissss. k'ol. mit, und die Leser mögen in diesem Bucheselbst Gelegenheit finden, den unverdrossenen Muth, die unermüdlicheGeduld, und den immer treffenden Scharfblick zu bewundern, mit wel-chem er sich durch die weitläufigen und verwickelten Rechnungen durch-windet, und selbst die gute Laune und die lebhaften Witzspiele zu bemer-ken, mir welchen er seinen von so anstrengenden Arbeiten oft ermüdetenGeist wieder aufzuheitern suchte. Er sagt selbst in einer Stelle diesesWerkes: „Wem das Durchlesen dieser mühevollen Rechnungen lange„Weile macht, der mag immerhin Mitleid mit mir haben, der ich sie„wenigstens siebenzigmal -wiederholen mußte, während er sie nur einmal„lesen darf." Und eine einzige dieser Rechnungen nimmt volle zehn Fo-lio-Seiten ein! — Hier wird es genug seyn, den Weg gezeigt zu haben,den er ging, oder vielmehr, den er hätte gehen können, um sein Zielmit dem wenigsten Aufwand von Zeit und Mühe zu erreichen.
H. 134. (Verhältnisse der Entfernungen der Planeten von der Sonne.)Wenn also die Planetenbahnen fernerhin keine Kreise mehr seyn konn-ten, uwlche andere krumme Linie sollte man ihnen substituireu? — Auchdiese Frage konute nur durch unmittelbare Beobachtungen entschiedenwerden. Es handelte sich dabei vorzüglich um eiue größere Anzahl von