.... Kepler's Gesetze. §. izo.
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werde'? unter einem größer» Winke! erscheinen und umgekehrt, soalaubten die (Griechen dadurch auch sofort jene Erscheinung erklären zukönnen. Sie nahmen daher an, daß die Erde aujzer den? Mittelpunkteder kreisförmigen Mondsbahn liege, und daß der Mond, der um denwahren Mittelpunkt dieses Kreises in immerwährender gleichförmigerBewegung einhergeht, zur Zeit seiner größten scheinbaren Geschwindig-keit, die zugleich die Zeit seines größten scheinbaren Durchmessers ist, indemjeuigen'Punkte seiner Bahn ist, wo er der Erde am nächsten steht,während er. nach einer halben Revolution, zur Zeit seiner kleinsten Ge-schwindigkeit und seines kleinsten Durchmessers, in dem von der Erdeentferntesten Punkte seiner Bahn stehe, wie wir dieß alles bereits obengesagt haben. Man nannte diese beiden Punkte die Apsiden derMoudsbahn, und zwar jenen, wo der Moud der Erde am nächsten steht,das Perigeum und den ihm entgegengesetzten das Apogeum desMondes.
tz. 130. (Woher diese Aenderungen kommen.) Wenn aber diese beidenErscheinungen, nämlich die Veränderung der täglichen Geschwindigkeitund die des Durchmessers des Mondes, bloß von der Veränderung derDistanz des Mondes von der Erde kommen sollen, wie die Griechenglaubten, so müßten sich jene beiden Extreme der Geschwindigkeiten sowohl,als auch diese Extreme der Durchmesier, beide zugleich wie die grössteund kleinste Distanz des Mondes von der Erde verhalten. Halten wir
uns nun bloß an die Geschwindigkeiten, so ist ihr Verhältniß ^
oder k.2527, und dieß soll daher auch das Verhältniß der größten undkleinsten Distanz des Mondes von der Erde in seinem excentrischen Kreiseseyn. Dasselbe muß nun auch, wenn anders ihre Hypothese richtig ist,aus dem Verhältnisse der beiden Durchmesser folgen. Allein dieß Ver-
hältniß ist ——oder 1.1194, also ganz ein anderes als zuvor, daher
auch jene Voraussetzung unrichtig, ist, oder die beobachteten Verände-rungen der an sich selbst immer gleichgroßen Geschwindigkeiten des Mon-des sind nicht bloß scheinbar, sie kommen nicht bloß von den verschie-denen Distanzen des Mondes, sondern sie sind, zum Theil wenigstens,einer andern Ursache zuzuschreiben, und sie müssen sich daher auf eine,dem Monde selbst zukommende, ihm eigenthümliche Veränderung seinerBewegung gründen, oder mit andern Worten, die Bahn des Mondeskann kein Kreis seyn, weil die Geschwindigkeit eines in einem Kreisebewegten Körpers, der Natur dieser krummen Linie gemäß, nicht andersals gleichförmig seyn kann, während hier doch die Bewegung des Mon-des um die Erde als wesentlich ungleichförmig erscheint.
Dasselbe läßt sich auch bei der Sonne bemerken, deren Bewegungum die Erde ebenfalls sehr einfach ist, da sie, so wie der Mond, in einemgrößten Kreise des Himmels um uns zu gehen scheint. Die größte täg-liche Bewegung der Sonne in Länge beträgt 1°.01943, und zu dieserZeit, gegen Ende des Dezembers, hat auch der scheinbare Durchmesserder Sonne seinen größten Werth von 0°.5432l. Ein halbes Jahr später,in den ersten Tagen des Julius, haben diese beiden Größen ihren klein-sten Werth, indem dann die tägliche Geschwindigkeit 0".953I9, und derDurchmesser nur 0°.52527, beträgt. Das Verhältniß dieser beiden Ge-schwindigkeiten ist 1.0095, und das der beiden Durchmesser ist 1.0341,also beide wieder verschieden, da sie doch, wenn jene Hypothese desexcentrischen Kreises der Natur gemäß wäre, einander vollkommen gleich