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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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141
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H. it>5. Planetensysteme. 14 i

nicht einmal berührt, wie man sich denn, bei einer solchen Anordnung,jenes sonderbare Vor- und Rückwärtsgehen, und den Stillstand der Pla-neten erklären lolle.

IN'». EFwei verichiedene Arten von Ungleichheiten der Planeten.)Diese wichtige Frage be>chästigte die griechischen Astronomen eine Zeit lang,und sie beantworteten sie endlich auch auf eine Weise, die, man muß esgestehen, ihrem Scharfsinne Ehre macht, wenn sie gleich jetzt, wo wirdie wahre Antwort bereits kennen gelernt haben, als irrig erklärt, undals einer der vielen Beweise angeführt werden muß, wie weit sich dermenschliche Geist, wenn er sich einmal von einer Meinung beherrschenläßt, von der Wahrheit verlieren, und wie sehr er, indem er diese Wahr-heit mit dem besten Willen, und mit aller Anstrengung seiner Kräfte zuerreichen strebt, sich immer nur noch tiefer in den Irrthum hineinstudi-ren kann. ,

Um aber diese ältere Auflösung unseres Problemes bester zu überse-hen, ist es nöthig, voraus zu bemerken, daß die Ungleichheiten, welcheman in den Bewegungen der Planeten beobachtete, eigentlich zweier-lei Art sind. Die einen sind die bereits erwähnten Ungleichheiten, diesich, wie wir gesehen haben, bloß nach dem Stande der Planeten gegendie Sonne richten, und deren Periode die synodische Revolution derPlaneten (H. 98) ist. Man nannte sie die zweite Ungleichheit.Allein außer diesen Anomalien gab es noch andere, die keineswegs indie Periode der syuodischen Revolution paßten, sondern die vielmehr mitder siderischen Umlaufszeit (§. ivv) zusammen hingen, indem sie immerdann wieder eintraten, wenn der Planet dieselbe Lage, nicht gegen dieSonne, sondern gegen die Fixsterne einnahm. Diese Anomalie, welchesie die erste Ungleichheit nannten, zeigte sich nicht in so auffallendenVeränderungen von Vor- und Rückwärtsgehen, von Schlingen undStillständen, sondern vorzüglich nur in einer Aenderung der Geschwin-digkeit, mit welcher der Planet in seiner Bahn einhergeht. Diese Un-gleichheit zeigte sich z. B. selbst bei der Sonne, wo sie von den Altenum so leichter bemerkt werden konnte, da die Sonne keine Ungleichhei-ten der zweiten Art hatte, und daher jene erste allein, und mit andernStörungen unvermischt zeigte. Man bemerkte nämlich, daß die täglicheAenderung der Sonne in Länge immer am größten wurde, und 3671Secunden betrug, wenn die Länge der Sonne selbst nahe 286° hatte,oder wenn sie, im Anfange des Januars, im Sternbilde des Schützenerschien, während sie die kleinste Geschwindigkeit von 3432 Secunden'inder Länge von 166° oder im Anfang des Julius hatte, wo sie sich indem Sternbilde der Zwillinge aufhielt. Noch viel bedeutender warendiese Differenzen bei Merkur, der, wenn er von der Sonne gesehen, indem östlichen Theile des Widders erschien, 6° 18^ und gegenüber in derMitte der Wage, nur 2° 44^ taglich in seiner Länge vorrückte, eine Ver-änderung, die während einer Woche schon 24 Grade betrug, und daherder Aufmerksamkeit der älteren Beobachter nicht entgehen konnte, wennsie gleich bei diesem Planeten noch mit den Ungleichheiten der zweitenArt vermischt erschien. Eben so fanden sie die Länge des Mondes, sooft er eine bestimmte Stelle unter den Fixsternen einnahm, um sechsGrade anders, als jene, die er vermöge seiner mittlern Bewegung hätteeinnehmen sollen, und eben so viel wieder hinter seinem mittlern Ortezurück, wenn er die entgegengesetzte Stelle des Himmels einnahm.

Es wird vielleicht, zur besseren Uebersicht des Folgenden, nicht unan-gemessen seyn, schon hier die Bemerkung einzuschalten, daß diese ersteUngleichheit daher kömmt, daß die Planeten in der That nicht in Krei-