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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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139
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Planetensysteme.

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angemessen seyn kann, sieb um die andern, die nur ihretwegen da sind,zu bewegen. Mit diesem Princip verbanden sie ein zweites von nichtgrößerem Werthe, das; nämlich alle Bewegungen der Himmelskörper,wo sie Statt haben, in Kreisen vor sich gehen müssen, aus Ursache,weil der Kreis die vollkommenste aller krummen Linien, und daher al-lein dem großen Urheber der Natur angeniesten ist. Diese zwei teleolo-gischen, auf nichts gegründeten Meinungen wurden allgemein als unum-stößlich, ja sogar, durch eine sonderbare Verwirrung der Begriffe, alsunangreifbar angenommen, und sie waren es, die uns Jahrtausende hin-durch die Wahrheit verschleiert, und die richtige Erkenntniß der Ein-richtung der Natur ganz unmöglich gemacht haben.

H. 1V2. (Ptolemäisches Planetensvstcm.) Indessen drängten sich jeneErscheinungen der Planeten dem aufmerksamen Beobachter auf, und eineErklärung derselben mußte versucht werden. Ptolemäus, der um dieMitte des zweiten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung in der berühmtenSchule von Alexandrien lebte, war, so viel wir wisten, der erste, dersich an dieses Problem gewagt hat. Er gab seine Auflösung in demWerke: das bei uns unter der arabischen Benennung

des Almagefts bekannter ist. Nach ihm steht die Erde in dem Mit-telpunkte von eilf concentrischen Kreisen oder Sphären still, und die Pla-neten bewegen sich in der Peripherie dieser Kreise so, daß in dem ersten,kleinsten, oder der Erde nächsten Kreise der Mond einhergeht, währendin den sechs folgenden immer weitern Kreisen sich Merkur, Venus, Sonne,Mars, Jupiter und Saturn bewegen; Uranus und die vier neuen Pla-neten kannte er noch nicht, konnte sie also auch in sein sogenanntes Sy-stem nicht aufnehmen. Ueber dem Kreise Saturns, der die siebenteSphäre bildet, nahm er eine achte an, in welcher alle Fixsterne sich be-wegen sollten. Eine neunte und zehnte gebrauchte er, um die Phäno-mene der Präcession, von welchen wir weiter unten sprechen werden, zuerklären, und eine eilfte Sphäre endlich, die unter dem Namen destst-iimim mobile alle andern umschloß, hatte den Auftrag erhalten, allezehn innere Sphären, in welchen jeder der genannten Himmelskörper,vermöge seiner ihm eigenthümlichen jährlichen Bewegung gen Ost ging,gemeinschaftlich in jedem Tage von Ost nach West um die ruhende Erdezu führen. Indem diesem allgemeinen Impulse auch die vierte Sphäre,in welcher die Sonne sich bewegte, gehorchte, entstand der Tag und dieNacht, und um eben so auch die Entstehung der Jahreszeiten nicht un-erklärt zu lassen, ertheilte er dieser Sonne in ihrer Sphäre noch eineeigene jährliche, schraubenförmige Bewegung, wodurch sie sich in mannig-faltigen Windungen während der einen Hälfte des Jahres von demAequator der Erde entfernen, und in der andern sich ihm wieder nä-hern sollte.

tz. 103. (Fehler dieses Systems.) Diese Anordnung unserer Sonnen-welt wird das Ptvlemäische Planetensystem genannt. Es wirdaber nicht angemessen seyn, daßelbe hier umständlich zu erläutern, daes für jeden, der das Vorhergehende auch nur mit einiger Aufmerksam-keit gelesen hat, seine Widerlegung selbst mit sich trägt. In der Thatlassen sich viele der oben angeführten Erscheinungen tffirch dieses Systemgar nicht erklären, ja einige stehen sogar mit demjelben in geradem Wi-dersprüche. Nach dieser Anordnung müßten wir die zwei untern Pla-neten, Merkur und Venus, auch zuweilen der Sonne gegenüber oder mitihr in Opposition (H. 73) sehen, was aber den Beobachtungen zu Folgenie der Fall ist, da wir sie vielmehr immer m der Nähe der Sonne er-blicken. Ptolemäus ordnete offenbar die Planeten in seinem Systeme so

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