^26 Jahreszeiten. 5. 8«.
brochenen Sommer bestehen, deutlich unterschieden, aber immer einanderentaegenqesetzt, so daß die nördliche Zone Frühling oder Sommer hat,wenn in der südlichen Herbst oder Winter ist.
Den Bewohnern dieser Zonen ist immer ein Theil des Himmels inder Nähe des ihnen entgegengesetzten Poles ganz verborgen oder unsichtbar,und die ihnen noch auf- und untergehenden Gestirne beschreiben allegegen die Ebene des Horizonts schiefe Kreise. Der Schatten aller senk-rechten Gegenstände endlich fällt in der nördlichen Zone immer nachNorden, und in der südlichen immer nach Süden.
In den kalten Zonen endlich, geht die Sonne, wenn sie dem Aequatornahe oder gar auf der dieser Zone entgegengesetzten Seite des Aequa-tors steht, nicht mehr auf, und eben so, wenn sie dem diese Zone begrän-zenden Wendekreise nahe genug gekommen ist, nicht mehr unter. Dannsieht man sie so, wie überhaupt alle dort sichtbare Gestirne, in ununter-brochenen Kreisen über den Horizont herumgehen, die sich immer wenigergegen diesen hin neigen, bis sie endlich für den Mittelpunkt dieserZonen, für den Pol selbst, ganz mit dem Horizonte parallel werden. Ander äußersten Gränze oder unter dem Polarkreise, dessen Breite 66°.5ist, dauert der längste Tag im Sommer, so wie die längste Nacht imWinter volle 24 Stunden. Näher bei den Polen, unter der Breite von67.3, 69.7, 72.4, 78.2 und 83.8 Graden. beträgt diese größte Länge desTages oder der Nacht in der angeführten Ordnung I, 2, 3, 4 und 5volle Monate, bis endlich unter den beiden Polen selbst die Sonne dieeine Hälfte des Jahres über, und die andere unter dem Horizonte bleibt.Da für diese Zonen die Sonne sich nie hoch über den Horizont erhebtund daher die Strahlen derselben immer nur sehr schief auf die Ober-fläche der Erde fallen, so erreicht auch die Temperatur dieser Gegendenkeinen beträchtlichen Grad, und die dadurch erregte Kälte nimmt mitder Annäherung zu den beiden Polen schnell zu, bis sie endlich eineIntensität und Ausdauer erhält, die beinahe allem vegetabilischen undanimalischen Leben feindlich entgegen tritt. Für die wenigen Bewohnerdieser mit ewigem Schnee bedeckten Gegenden erscheint der eine Polimmer nahe beim Zenithe, während ihnen die ihnen entgegengesetzteHälfte des Himmels, in deren Mitte der andere Pol ist, immer unsichtbarbleibt. Die Schatten endlich, welche die von der Sonne beschienenenKörper werfen, gehen, wie die Sonne selbst, täglich durch alle Punktedes Horizontes um sie herum, daher auch die Bewohner dieser Gegendenumschattige genannt werden.
H. 88. (Klimate der Alten.) Die älteren Geographen haben dieOberfläche der Erde in mehrere dem Aequator ebenfalls parallele Zonengetheilt, die sie auch Klimate nannten und so wählten, daß der längsteTag im Sommer, also auch die längste Nacht im Winter am Endejeder Zone immer um eine halbe Stunde größer ist als im Anfangederselben. Die folgende Tafel gibt die geographische Breite des von demAequator entfernteren Endpunktes und die größte Länge des Tages oderder Nacht in diesem Endpunkte für alle Klimate, welche zwischen demAequator und den beiden Polarkreisen liegen.