h. 8«. Aberration der Fixsterne.
Kräfte ist. Wenn aber die erste Kraft von 30 Pfunden den Körper nachNord, und die andere von 10 Pfunden ihn in der entgegengesetzten Rich-tung nach Süd treibt, so wird diesen beiden Kräften eine andere gleich-geltend seyn, die den Körper mit der Gewalt von 20 Pfunden nachNord treibt, deren Größe also die Differenz und deren Richtung mitjener der größer« der beiden ersten Kräfte dieselbe ist. — Dieß ist fürsich klar, und bedarf keiner weiteren Erläuterung. Nach dem Begriffe,den man in der Mechanik mit dem Worte Kraft verbindet, wird diedoppelte Kraft eine doppelte, die dreifache Kraft eine dreifache Bewegungoder Geschwindigkeit des Körpers hervorbringen, diese vielfache Kraftmag entweder auf einmal, oder auch theilweise, oder nach und nach andem Körper angebracht werden; und wenn dieser Körper schon vor derWirkung dieser Kräfte nach einer gewissen Richtung in Bewegung war,so wird die durch die hinzukommende Kraft entstandene Bewegung zu je-ner ersten addirt, wenn sie dieselbe Richtung, oder von ihr subtrahirt,wenn sie eine entgegengesetzte Richtung hat.
Wenn aber die Richtungen der beiden auf einen Körper wirkendenKräfte weder dieselben, noch auch einander entgegengesetzt sind? Wennz. B. die erste Kraft von 30 Pf., nach der Richtung pX (Fig. 15) wir-kend, allein den Körper in einer Secunde durch den Weg pn, und diezweite Kraft von 10 Pf. nach der Richtung PL ebenfalls allein wirkend,den Körper in derselben Zeit durch den Weg pli treiben würde, wo wird,am Ende dieser Secunde, der Körper p seyn? — Um diese Frage zubeantworten, ziehe man durch den ersten Punkt u eine mit dem zweitenWeg Lp, und eben so durch den zweiten Punkt li eine mit dem erstenWeg p^ parallele Linie, und nenne o den Durchschnittspunkt dieser bei-den Parallelen, so wird der Körper am Ende der ersten Secunde in die-sem Durchschnittspunkte o seyn. Man nennt aber jedes Viereck, dessenzwei gegenüberstehende Seiten parallel sind, ein Parallelogramm,und in demselben die gerade Linie Po, welche zwei gegenüberstehendeWinkelspitzen verbindet, die Diagonale des Parallelogramms. — Wennalso zwei Kräfte von gegebener Größe pu und pl> unter einem gegebe-nen Winkel .^PL auf einen Körper p wirken, so wird die Wirkung die-ser beiden Kräfte zusammen gleichgeltend seyn einer einzigen Kraft Po,welche, ihrer Größe sowohl als ihrer Richtung nach, durch die Diago-nale des Parallelogramms dargestellt wird, dessen Seiten pu nnd pl>die Größe und Richtung der beiden gegebenen Seitenkräfte ausdrücken.Denn da die erste jener zwei gegebenen Kräfte den Körper nach der Rich-tung der Linie p^, die der Im parallel ist, treibt, so wird diese Kraftdie von der zweiten Kraft herrührende Geschwindigkeit des Körpers, mitwelcher er sich der Linie lio nähert, nicht ändern, oder der Körper wirdsich dieser Linie t>o immer auf dieselbe Weise nähern, die erste Kraftnach p^ mag auf ihn wirken oder nicht, und er wird daher, am Endejener Secunde, irgendwo in dieser Linie km seyn. Ganz eben so wirdman aber auch zeigen, daß er, bloß durch die Wirkung der ersten Kraft,am Ende derselben Secunde, irgendwo in der Linie cm seyn, daß er also,am Ende dieser Zeit, zugleich in der Linie lm und in der Linie no, d. h.daß er in dem Durchschnittspunkte o dieser beiden Linien ieyn müsse.
Man wird also je zweien ihrer Größe und Richtung nach gegebenenSeitenkräften pn und !>!» eine einzige ihnen gleichgeltende mittlere KraftPo substituiren können, und da die Wirkungen der Kräfte durch dieWege, welche sie die Körper beschreiben machen, oder durch die Geschwin-digkeiten dieser Körper, gemessen werden, so wird man auch die Wegeund die Geschwindigkeiten der Körper eben so zerlegen und zusammen-
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