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die Ursache von den verschiedenen Farben, unter welchen uns die Kör-per der Natur erscheinen. Um z. B. einen Gegenstand in der rothenFarbe zu sehen, werden die Elemente unserer Augennerven, gleich denVibrationen einer tönenden Saite, 48tt Billionenmal, durch die gelbeFarbe 540 Billionenmal, und durch die violette Farbe 700 Billivnenmalwährend einer Secunde auf und nieder geschwungen. Diese Erscheinun-gen des Lichts sind so groß, als jene, aber die Beweise dafür lassensich nicht mehr so einfach darstellen, wie dort.
Die Kraft, mit welcher die Erde alle Körper auf ihrer Oberflächean sich hält, ist ohne Zweifel viel größer, als alle uns bekannten Kräfte,die wir durch unsere Maschinen, durch die Presse, durch das Schwung-rad, durch das Schießpulver oder durch die Spannkraft unserer Dämpfehervorbringen können. Dieselbe Kraft ist es, die selbst den ücher 50000Meilen entfernten Mond noch an die Erde kettet, und ihn zwingt, umsie seine vorgezeichnete Bahn zn beschreiben. Dessenungeachtet ist aberdiese Schwerkraft, diese Anziehung, wie sie jedem Elemente der Erde in-wvhnt, nur ein unendlich kleiner Theil jeuer in der That bewunderungs-würdigen Kraft, mit welcher das Licht von jedem Atom der Körper an-gezogen wird. Es ist bekannt, daß der in einer geraden Linie an denKörper kommende Lichtstrahl von den Elementen des Körpers erst dannangezogen, oder, bei spiegelnden Flächen abgestoßen wird, wenn dasLicht diesen Elementen schon gleichsam unendlich nahe ist. Ueberdießkann die eigentliche Wirkung dieser Kraft, wegen der ungemeinen Ge-schwindigkeit des Lichts, nur eine unendlich kleine Zeit durch währen,und doch bewirkt diese Anziehung des Elements in dem geradlinigenLichtstrahl eine gleichsam urplötzliche Beugung von dreißig und mehrGraden. Die mathematische Analyse zeigt, daß die Schwerkraft eineskugelförmigen Elements der Erde, dessen Durchmesser den tausendstenheil eines Zolls beträgt, nur den zweimalhuudert tausend millionstenheil der Schwerkraft der ganzen Erde ausmacht, und daß im Gegentheiledie Kraft, mit welcher ein eben so großes körperliches Element, das indem Lichtstrahls eine Beugung von dreißig Graden erzeugt, das Lichtanzieht, jene Schwerkraft des Elements mehr als tausend septillionenmalübertrifft, so daß also, wenn die allgemeine Schwerkraft desselben dieEinheit ist, die Attractionskraft des Atoms gegen das Licht durch eineZahl ausgedrückt wird, die wenigstens aus 45 Ziffern besteht. — Werollte wohl so gefühllos, oder so gleichgültig seyn, um nicht gern zu er-fahren, auf welche Weise und durch welche Mittel man zu Kenntnissendieser Art, zu Dingen gekommen ist, die den mit der Mathematik Un-bekannten mehr wie Visionen eines Wahnwitzigen, als wie Resultateeiner strengen und geregelten Untersuchung erscheinen müßen!
Doch kehren wir von diesen Beobachtungen wieder zu unserem Ge-genstände, zu der Geschwindigkeit des Lichts, zurück, und sehen wir, aufwelche Weife dieselbe mit den oben erläuterten Erscheinungen der Aber-ration in Verbindung stehen mag.
H. 80. (Zerlegung der Kräfte.) Wenn ein Körper mit einer bestimm-ten Kraft, die z. B. dem Druck von 30 Pfunden gleich ist, nach einerbestimmten Richtung, z. B. von Süd nach Nord, getrieben wird, undwenn noch eine andere Kraft, etwa von 10 Pfunden, hinzukömmt, derenRichtung dieselbe mit der vorhergehenden ist, so ist es offenbar gleichviel, ob diese beiden Kräfte von 30 und von 10 Pfunden, jede für sich^oder beide zugleich auf den Körper wirken, oder ob derselbe nur von ei-ner einzigen Kraft von 40 Pfunden getrieben wird, die gleich der Summejener beiden Kräfte und deren Richtung dieselbe mit der jener beiden
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