^ Parallaxen u. Entfernungen d. Gestirne von d. Erde. §. 68.
dieser entferntesten aller Planeten, die also, auf diesem Wege, gleich0" 47 gefunden wird.
Allein dieser Weg ist uns für die Fixsterne verschlossen, da diesenicht wie die Planeten, für welche allein jenes Gesetz gilt, sich um dieSonne bewegen. Das; aber diese Fixsterne noch weiter, als jener Pla-net, von uns entfernt seyn wüsten, folgt schon daraus, weil wir diesenPlaneten, so oft er an einem jener Sterne nahe vorbei geht, sie bedeckensehen, während man noch nie einen Stern auf der Scheibe des Planeten, oderwährend man noch nie den Planeten vor einem jener Sterne gesehen hat.
Da nun die Parallaxe des Uranus bereits so klein ist, das; sie selbstfür unsere besten Instrumente als ganz unbemerkbar betrachtet werdenmuß, so würde es eine vergebliche Mühe seyn, die Parallaxe, al>o auchdie Entfernung der noch viel weiter entfernten Fixsterne durch eine deroben angeführten Methoden kennen lernen zu wollen.
Wir haben oben (H. 62. IV.) gesehen, daß bei diesen Methoden,die Parallaxe zu bestimmen, alles auf die Größe der Basis oder derGrundlinie ankömmt, von welchen die ganze Messung abhängt, und daßdas Resultat im Allgemeinen desto genauer seyn wird, je größer diese Ba-sis ist. Allein die größte dieser Grundlinien, die wir auf der Erde er-halten können, ist der Halbmesser, oder wenn man das Doppelte dieserParallaxe sucht, der Durchmesser der Erde, d. h. eiue gerade Linie von1718.6 M. Diese Größe, die nahe zehnmal größer ist, als die Distanzvon Wien nach Paris, ist daher gegen die Distanz der Fixsterne vonuns nur als ein unmerklicher Punkt zu betrachten, und wir haben, solange uns keine andere Standlinie, als der Halbmesser der Erde ist, ge-geben wird, durchaus kein Mittel, die Entfernung derjenigen Himmels-körper zu bestimmen, die mehr als 177 Millionen Meilen von uns ab-stehen müssen, da für diesen Abstand die Horizontalparallaxe bereits eineSecunde oder den kleinsten Theil des Winkels beträgt, den wir mit un-seren vollkommensten Instrumenten noch sehen können. Ein Gestirn,welches eine Billion Meilen von uns entfernt ist, würde eine Parallaxevon 0.0002 einer Secunde oder eine so geringe Größe haben, daß siewohl nie für ein menschliches Auge bemerkbar seyn wird, welches auchdie Verbesserungen seyn mögen, deren in der Folgezeit unsere Instru-mente sich noch erfreuen können.
tz. 68. (Zährliche Parallaxe der Fixsterne.) Wenn aber die jährlicheBewegung der Erde um die Sonne, die wir in dem vorhergehenden Ka-pitel betrachtet, und aus den dort angeführten Gründen bereits sehrwahrscheinlich gefunden haben, in der That wahr seyn sollte, so würdeuns dadurch nicht nur die gewünschte größere Basis, sondern auch nochzugleich einer der schönsten Beweise für diese jährliche Bewegung derErde selbst gegeben seyn. — Denn, wenn die Erde sich in der That injedem Jahre in einem Kreise bewegt, dessen Halbmesser gleich der Ent-fernung derselben von der Sonne oder gleich 20658000 M. ist, so werdenwir uns auf diesem unserem Weltschiffe am Ende eines jeden halbenJahres an einer Stelle des Himmels befinden, die über 41 MillionenMeilen von dem Punkte entfernt ist, wo sich die Erde am Anfange jenesSemesters befand, und eine so gewaltige Entfernung wird ohne Zweifelaus die, aus diesen beiden Stellungen der Erde sichtbaren Gestirne undihre Lage am Himmel, einen sehr deutlichen Einfluß äußern. Dadurchwäre uns also ein ganz anderer Maßstab, die Räume des Universumsauszumessen, gegeben, der gegen 2400»mal größer ist, als jener erste,und für den daher auch wohl jene kleinen Winkel, die in Beziehung aufden Halbmesser der Erde für unsere Sinne gänzlich verschwinden, da sie