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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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Seite
97
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tz. «7. Parallaxen und Entfernungen d. Gestirne von d. Erde. gv

III. Dieß ist demnach einer von den vielen Fällen, die so oft inder Astronomie vorkommen, wo uns genaue Messungen, die wir mitHilfe eines guten Instruments angestellt haben, in eine sehr vortheil-hafte und von jener ganz verschiedene Lage versetzen, mit welcher wiruns, ohne den Beistand dieser Instrumente und bloß unseren Sinnenvertrauend, begnügen mutzten. Durch die Unterstützung dieser Instru-mente, durch den vollkommenen Bau und die genane Eintheilunq derKreise sowohl, als auch durch die Vorzüglichkeit der Fernröhre, die beidedurch die Künstler unserer Zeit zu einem so hohen Grade der Vollendunggebracht worden sind, ist es uns möglich geworden, Gegenstände vonwelchen unsere Vorfahren keine Ahnung haben konnten, nicht bloß zusehen, sondern förmlich zu beobachten, einer genauen Messung zu un-terwerfen, darauf mit Sicherheit weitere Schlüsse zu bauen und auf die-sem Wege die Natur um ihre so lange vor uns verborgenen Geheimnissezu befragen. Aber, so weit wir auch auf dieser Bahn vorgedrungensind, und so sehr sich, durch die Vervollkommnung jener mechanischenHilfsmittel sowohl, als auch durch die Vollendung der mathematischenAnalyse, dieses wundervollen Instrumentes unseres geistigen Auges, sosehr sich auch durch diese vielfache Hilfe der Kreis unserer Kenntnisse derNatur und ihrer Gesetze erweitert haben mag noch liegt ein großerTheil dieses unabsehbaren Feldes unerforscht und in Dunkel gehüllt voruns, und unseren glücklicheren Nachkommen wird es aufbehalten seyn,die uns unübersteiglichen Hindernisse zu besiegen, die Gränzen der Wis-senschaft zu erweitern und den, in Betracht des noch Unbekannten, gewißnur sehr kleinen Schatz von Kenntnissen, den wir ihnen mit Vertrauenals ihr bestes Erbe hinterlassen, durch Fleiß und Einsicht und durch neueVerbesserungen ihrer Hilfsmittel zu vermehren. Wir werden nur zubald sehen, wo und wie sehr es uns noch fehlt, wie viel uns noch zuwünschen übrig ist und wie beschränkt unsere Kenntliche, selbst in derje-nigen Wissenschaft sind, in welcher der menschliche Geist weiter, als injeder anderen, vorgedrungen ist.

H. 67. (Entfernung und Größe der Fixsterne.) Wir haben oben (tz.64) die Mittel vorgetragen, die Horizontalparattaxe der Gestirne durchBeobachtungen zu bestimmen und sie auch auf einige Körper unseres Pla-netensystems, auf den Mond, die Venus und die Sonne angewendet.Allein diese Körper sind uns alle, wenn sie gleich durch Tausende, jaselbst durch Millionen Meilen von uns getrennt sind, doch immer nochfür nahe, wenigstens für so nahe zu achten, daß der Halbmesser unse-rer Erde, in Beziehung ans die Distanz jener Körper, nicht mehr alsein ganz verschwindender Punkt angesehen werden darf, wenigstens nichtmehr für die besten unserer Instrumente, mit welchen wir, wie wir obenangenommen haben, die gewiß sehr kleine und unseren unbewaffnetenAugen ganz unmerkliche Größe von einer Secunde noch deutlich unter-scheiden können. Für den entferntesten Körper unseres Systems, für denPlaneten Uranus, beträgt diese Horizontalparallaxe, selbst wenn sie amgrößten ist, nur 0.47 einer Secunde, und sie ist daher bereits so klein,daß wir sie, ungeachtet der großen Vollkommenheit unserer neueren In-strumente, nicht mehr bemerken würden. Auch ist sie nicht durch Beob-achtungen der Art, wie die in tz. 64 erklärten, erhalten worden. Abernach dem oben (§. 58) angeführten Gesetze Keplers und der bekanntenUmlaufszeit des Uranus um die Sonne, der 30689 Tage beträgt, findetman, daß seine kleinste Entfernung von der Erde 376 Millionen Mei-len übersteigt. Dividirt man also den Halbmesser der Erde von 859 M.durch 376 Millionen, so erhält man den Sinus der Horizontalparallaxe

Littrow. 7