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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
95
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66. P.n'aliarcn u. Entfernungen d. Gestirne von d. Erde.

ihrer größten Entfernung 4^.8 ist, so findet man für den wahren Halb-messer der Venus 815 Meilen, woraus folgt, daß dieser Planet nurwenig kleiner ist, als unsere Erde.

is. 66. (Geiunngkeit der vorhergehenden Bestimmungen.) Die vorher-gehenden Bestimmungen der Entfernung sowohl, als auch die der abso-luten Grötze der Gestirne beruhen, wie man sieht, auf den Winkeln,welche die ,cheinbaren Halbmesser und die Horizontalparallaxe dieser Ge-stirne ausdrücken. Je genauer diese Winkel gemessen werden können,desto genauer werden auch im Allgemeinen die'daraus durch Rechnungabgeleiteten Resultate für die Entfernung und die Größe der Gestirneseyn. Eine besondere Sorgfalt wird man aber ans die genaueste Be-stimmung der Horizoutalparallaxe vorzüglich in denjenigen Fällen »ven-den, wo diese Parallaxe, wie bei der Sonne, selbst nur sehr klein ist.Denn da, nach dem Vorhergehenden, der Bruch, der die Entfernung so-wohl, als die absolute Größe ausdrückt, zu seinem Nenner diese Pa-rallaxe hat, so wird der geringste Fehler in der letzten auf die Entfer-nung sowohl, als auf den wahren Halbmesser des Gestirns schon einensehr ungünstigen Einfluß äußern. Wäre z. B. die .horizvntalparallareder Soime um eine Secunde größer, also 9".58, so würde der wahreHalbmesser derselben 8620V, also über 10046 Meilen kleiner als früher,und die Entfernung derselben von der Erde 1850iV00, oder über 2 Mil-lionen Meilen kleiner als zuvor gefunden werden. Besonders wichtigwird diese Bestimmung der Sonnenparallaxe seyn, weil sie, wie wirspäter sehen werden, auf die genaue Kenntniß der Dimensionen unseresganzen Planetensystems den wichtigsten Einfluß hat, und weil sie, oderwas dasselbe ist, weil die aus ihr abgeleitete Entfernung der Sonnevon der Erde, gleichsam der Maßstab ist, mir welchem wir alle übrigenDistanzen der Himmelskörper auszuweisen pflegen. Wir werden daherweiter unten die Leser noch mit einem andern Mittel bekannt zu machensuchen, diese Parallaxe der Sonne mit der größten Schärfe zu bestim-men. Uebrigens würde man aus diesen großen Unterschieden mit Un-recht folgern, daß wir die Entfernungen aller Körper unseres Planeten-systems nur sehr unvollkommen kennen, da jene großen Differenzen nurfür die von uns sehr entfernten, nicht aber auch für die näheren Ge-stirne Statt haben. Für den Mond z. B. findet man (h. 63), wennman die Horizvntalparallare gleich einein Grad voraussetzt, die Eulfer-nung desselben gleich 49236 Meilen. Ist aber die Horizvntalparallaredesselben gleich 1° (L I", so ist die Entfernung gleich 49223 Meilen.Sind wir also über die Horizontalparallaxe des Mondes eine Secundeungewiß, so heißt dieß, daß wir über die Entfernung desselben nur über13 M. oder über den 3800sten Theil der ganzen Distanz ungewiß sind.Es ist aber sehr zweifelhaft, ob wir selbst die Distanz der vorzüglichstenStädte der Erde auf ihren 3800sten Theil genau kennen und demnachdarf man allerdings sagen, daß die Astronomen die Wege am Himmelbesser wissen, als unsere Geographen auf der Erde.

I. Was aber überhaupt unsere Messungen der Winkel zwischen denGestirnen des Himmels betrifft, so wollen wir bemerken, daß die Kreiseunserer besten neueren Instrumente von zwei zu zwei Secunden getheiltfind, und daß man in den meisten Fällen, wenn man mit der gehöri-gen Umsicht zu Werke geht und die Beobachtungen unter günstigen Um-ständen wiederholt, jeden Winkel bis auf eine Secunde, d. h. also, bisauf den 129600vsten Theil der Peripherie des Kreises genau erhaltenkann. Mißt man mit einem solchen Instrumente den Winkel eines Ge-genstandes, der eine d. Meile oder 22841.8 Par. Fuß von dem Mittel-