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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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i.

§. 59.

Jährliche Bewegung der Erde.

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gungen jener Planeten in ihren Kreisen gehen alle in der Richtung vonWest gen Ost vor sich, nnd eben dieselbe Richtung muß auch die Bewe-gung der Erde haben, wenn die in H. 54 erwähnten Erscheinungen Statthaben gotlen. Schon diese beiden Analogien machen die jährliche Bewe-gung der Erde um die ruhende Sonne sehr wahrscheinlich, aber dieseWahrscheinlichkeit wird noch sehr vermehrt, wenn man auf das bekannteGesetz Rücksicht nimmt, welches zwischen den Umlaufszeiten der Plane-ten und zwischen den Halbmessern der von ihnen beschriebenen Kreise be-steht. Nach diesem, von Keppler entdeckten Gesetze, verhalten sich beiden Planeten die Quadrate der UmlanfSzeiten, wie die Würfel der Halb-messer ihrer Bahnen. Wenn daher dasselbe Verhältniß, welches bei al-len Planeten Statt hat, auch zwischen der Erde und einem jener Plane-

len. Für die Erde aber ist, den Beobachtungen zu Folge, ihre mittlereEntfernung von der Sonne gleich 21 Millionen Meilen. Nennt mandaher 'I' die Umlaufszeit der Erde, so muß, in Folge jenes Gesetzes,

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das Quadrat des Bruches

4331.974

gleich seyn dem Würfel des Bru-

ches

21000

Allein der Würfel des letzten Bruches ist 0.00710924

109214

und von dieser Zahl die Quadratwurzel 0.0843103. Multiplicirt mandaher die letzte Zahl durch 4331.974, so erhält man für die gesuchteUmlaufszeit der Erde 1 365.258 Tage, sehr nahe mit der wahrenLänge des Jahres, wie sie die Beobachtungen geben, übereinstimmend.

Da also jenem Gesetze, dem alle Planeten gehorchen, auch die Erdeunterworfen ist, so werden wir auch wohl annehmen müssen, daß dieErde selbst ein Planet ist, und sich, wie alle übrigen, um die Sonnebewegt. Dieselbe Centralkraft der Sonne, welche die Planeten in ih-ren Bahnen zurückhält, und welche die den Planeten eigenthümliche,aus ihrer Bewegung entspringende Centrifugalkraft aufwiegt, wie solltesie nicht auch auf die Erde wirken, und wie sollte dann die Erde dieserWirkung der Centralkraft der Sonne widerstehen, wenn nicht auch siemit einer Centrifugalkraft, d. h. wenn nicht auch sie mit einex Bewe-gung um die Sonne begabt wäre?

H. 59. (Die jährliche Bewegung der Erde ist eine Folge der täglichen.)Wenn wir ferner die tägliche Rotation der Erde als bewiesen voraus-setzen, wie wir dieses nach dem Vorhergehenden zu thun wohl berechtigtsind, und wenn wir dann die Ursache aufsuchen, welche dieler Rotationihre Entstehung gegeben hat, so können wir sie nur in einem au-genblicklichen Stoße finden, den die Erde im Augenblicke ihrer Entste-hung durch eine äußere Kraft erhalten hat, und der z. B. von der An-ziehung irgend eines Körpers außer ihr entstanden seyn kann. Wenndie Richtung dieses Stoßes nicht genau durch den Mittelpunkt der Erdegegangen ist, und wie unwahrscheinlich wäre diese Annahme unterden unzähligen andern möglichen Fällen so mußte dadurch die Erde,gleich einem Kreisel, eine Rotation erhalten, die desto schneller seynmüßte, je größer jener ursprüngliche Stoß, und je weiter seine Rich-tung von dem Mitelpunkte der Erde entfernt gewesen ist. Allein jedersolche Stoß, der eine Rotation der Erde hervorbringt, mußte auchzugleich eine fortschreitende Bewegung ihres Mittelpunkts erzeugen.

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