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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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84
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Jährliche Bewegung der Erde.

Erde gesehen, so nngemein verwickelt erscheinen, aus dem Mittelpunkteder Sonne gesehen werden mochten. Und er fand, daß, von dle,emStandpunkte aus, alle jene Unregelmäßigkeiten, wie ein gelöster Zau-ber verschwinden, und daß diese früher so complicirten Bewegungenganz eben so einfach und regelmäßig werden, wie die, welche wir beider Sonne und dem Monde bemerken. Jene sonderbaren Knoten undSchlingen lösten sich sofort von selbst auf und die Stillstände, so wiedie rückgängigen Bewegungen erschienen nur als optische Täuschungen,die bloß daher kommen, weit wir diese Planeten nicht aus der Sonne,als aus dem fixen Mittelpunkte ihrer Bewegungen, sondern weil wirsie aus der Erde, aus der sich selbst um die Sonne bewegenden Erde,also aus einem Standpunkte betrachten, der seinen Ort im Welträumeselbst mit jedem Tage ändert. Die einfache und so lange verborgeneIdee, daß alle Planeten, also auch die Erde, Kreise von bestimmtenHalbmessern beschreiben, in deren gemeinschaftlichem Mittelpunkte dieSonne ruht, diese Idee löste mit eins, wie wir weiter unten noch nähersehen werden, alle die großen Schwierigkeiten, die den scharfsinnigstenAstronomen des Alterthums unübersteiglich schienen; sie verwandelte eineunerklärbare Unordnung und Gesetzlosigkeit in die schönste, einfachsteHarmonie, und schuf, gleich einem Blitze, die dunkelste Nacht zum hell-sten Tage um. Diese Idee war es aber auch, wodurch uns Cvpernicusdie wahre Anordnung des Weltsystems offenbarte, und wodurch er derVater der neuen Astronomie geworden ist. Wer von uns könnte, wenner anders noch Sinn für verständige Klarheit und Ordnung hat, derKraft eines solchen Beweises sich noch länger entziehen? Welche Com-plicationen in den Bewegungen aller anderen Planeten, wenn wir dieErde nicht auch, gleich jenen, sich um die Sonne bewegen lassen! Welcheentsetzliche Geschwindigkeit müßte man bei den entfernteren Planetenvoraussetzen, um sie alle Jahre ihren großen Kreis um die ruhende Erdevollenden zu lassen. Uranus z. B. ist neunzehnmal weiter, als die Sonne,von uns entfernt, und er müßte daher, um die Peripherie seiner Bahnvon 2500 Millionen d. M. jährlich zu vollenden, jeden Tag nahe siebenMillionen Meilen zurücklegen.

Wir haben bereits oben gesehen, daß man die Erde nicht als einenisolirren, für sich bestehenden Körper, dessen Gleichen nicht mehr in derNatur zu finden ist, sondern daß man sie im Chor der anderen Erdenunseres Sonnensystems, als ein Glied der ganzen, großen Familie vonPlaneten betrachten müsse, denen sie in so vielen Beziehungen ganz ähn-lich ist. So wie Jupiter, unseren Beobachtungen zu Folge, in jedemseiner Tage sich um sich selbst und in jedem seiner Jahre, in der Be-gleitung seiner vier Monde, sich um die Sonne bewegt, so dreht auchunsere Erde sich täglich um ihre Are, so bewegt auch sie sich, in Beglei-tung ihres Mondes, jährlich um die Sonne. Ein Beobachter auf Ju-piters Oberstäche würde wohl eben so, wie wir, wenn er bloß dem er-sten Eindrucke seiner Sinne folgte, das ganze Planetensystem und dieSonne selbst, um sich, als um den Mittelpunkt aller jener Bahnen, inBewegung glauben und seine beinahe 1Z00mal größere Erde würde dieseTäuschung noch beträchtlich vermehren.

§. 58. (Das bekannte Keppler'sche Gesetz der Planeten gilt auch fürdie Erde.) Aus der Sonne gesehen, würden uns alle Planeten einfacheKreise, deren gemeinschaftlicher Mittelpunkt in dem der Sonne liegt, zubeschreiben scheinen. Die Ebenen dieser Kreise liegen alle in geringenEntfernungen um die Ekliptik, d. h. um die Bahn der Erde, die alsomitten unter den Bahnen aller übrigen angetroffen wird. Die Bewe-

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