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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
83
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§. 57. Jährliche Bewegung der Erde. HZ

werden sich, nach den ersten Gesetzen der Mechanik beide Körper des Sy-stems um ihren gemeinschaftlichen Schwerpunkt drehen, und wenn dereine dieser Steine von nahe gleichem specifischem Gewichte I V2 Millio-nenmal größer ist, als der andere, so wird jener gemeinschaftliche Schwer-punkt des Systems so nahe bei dem Mittelpunkte des größeren Steinesliegen, daß er beinahe mit diesem Mittelpunkte selbst zusammenfallen,also nahe in der Mitte des größeren Steines liegen wird. Die Folgedavon wird seyn, daß der kleinere Stein sich um den großen bewegen,und daß dieser große seinen Ort nur unmerklich verändern oder nur sehrkleine Bewegungen um jenen gemeinschaftlichen Schwerpunkt, der zugleichsehr nahe mit chem Schwerpunkre des größeren Körpers zusammenfällt,yaben wird. Dapelbe wird also auch der Fall mit jenen zwei Körperndes Himmels seyn, die eben so sehr an Größe unter sich verschieden sind,wenn sie sich frei und ohne fremde Einwirkung anderer Körper im Welt-raume bewegen.

H. 57. (Analogie der Erde mit den übrigen Planeten.) Wir habenschon öfters der Planeten erwähnt, dieser Himmelskörper, die, wie dieFernröhre zeigen, uns viel näher sind, als die Fixsterne. Sie erschei-nen uns in der Gestalt von kleineren oder größeren runden Scheiben,während die unendlich weiter entfernten, obschon vielleicht an sich vielgrößeren Fixsterne, wegen ihrer ungemeinen Entfernung, nur als un-rheilbare Punkte gesehen werden. Ene kommen uns öfters so nahe, daßder Durchmeqer dieser ihrer Scheibe, wie bei der Venus siebenmal, beiMars neunmal, größer erscheint, als zu anderen Zeiten, und daß sieähnliche Lichtphasen, wie die des Mondes im zu- und abnehmenden Lichte,zeigen. Sie scheinen also recht eigentlich uns, unserem Sonnensysteme,anzugehören, wie unsere Erde selbst, und daher auch in dieser Beziehungmit der Erde verwandte Himmelskörper zu seyn. Wenn man aber ihreBewegungen, wie sie von der Erde gesehen werden, unter den fixen Ster-nen des Himmels einige Zeit verfolgt, so bemerkt man bald, daß dieBahnen derselben äußerst unregelmäßig und beinahe keinem Gesetze un-terworfen sind. Die Sonne bewegt sich, wie die Tafel des H. 53 zeigt,während ihres scheinbaren jährlichen Laufes, sehr nahe regelmäßig, unddagelbe bemerkt man auch bei dem Monde, der täglich nahe um drei-zehn Grade östlich gegen die Fixsterne fortschreitet. Nicht so die Plane-ren. Diese zeigen nicht nur sehr auffallende Aenderungen ihrer Geschwin-digkeiten, sondern sie stehen oft längere Zeit ganz unbeweglich bei einemSterne und bewegen sich bald gen Osten, bald auch. verkehrter Rich-tung, gegen Westen. Verfolgt man sie einige Monate, so findet man,daß ihr Weg am Himmel, wie er von der Erde gesehen wird, eineäußerst verwickelte krumme Linie ist, die aus mehreren Knoten undSchlingen besteht, und in keinem ihrer Theile auch nur die kleinste EZpurvon Ordnung und Regelmäßigkeit zeigt. Noch verwickelter erscheinendie Bahnen der Kometen, wie man auf den älteren Hoffmann'schenHimmelskarten sieht, wo mehrere derselben verzeichnet sind.

Die Alten haben sich lange gequält, diese Verwicklungen zu erklä-ren, und sie sind dabei auf eben so sonderbare, als auch in der Thatsinnreiche Mittel verfallen, die aber nicht zu dem gewünschten Zweckeführten, wie wir später sehen werden. Copernicus war der erste, derlebhaft fühlte, daß diese so künstlich verschlungenen Linien nicht die wah-ren Bahnen der Planeten seyn können und der, von diesem Gefühle ge-drängt, den wahren und einzig möglichen Weg einschlug, diesen empö-renden und so lange unerklärbaren Unregelmäßigkeiten dadurch ein Endezu machen, daß er suchte, wie die Bahnen der Planeten, die aus der