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Jährliche Bewegung der Senne. §. 4>>.
dem großen ist. In dem Dreiecke des Gnomons ist aber dieses Verhält-niß gleich dem der beiden Zahlen 3» zu 15 oder einfacher gleich 2 zn 1.Man verzeichne sich also auf irgend einer Ebene, z. B. auf der des Pa-piers, zwei unter einem rechten Winkel in dem Punkte si sich durch-schneidende Linien, nehme von diesem Punkte cl auf der einen dieser Li-nien mittelst des Maßstabs z. B. die Länge sid von 5 Zoll, und aufder andern die Länge <I<! von 10 Zoll, und vereinige dann die beidenEndpunkte d und e dieser Linie durch die gerade be, so erhält man einanderes Dreieck lmll, welches dem gegebenen Dreiecke des Gnomons voll-kommen ähnlich ist, d. h. welches dieselben Winkel mit jenem hat, wenngleich die Seiten der beiden Dreiecke sehr von einander verschieden sind.In diesem kleineren Dreiecke In'll kann man aber den Winkel an I» mit-telst des bekannten Winkelmessers (Tikm^zmiteui's) bestimmen, und manwird ihn sehr nahe gleich 63° 26' finden, und ganz eben so groß wirdalso auch der Winkel II in dem großen Dreiecke HEI) des Gnomonsseyn. Es ist für sich klar, daß man diesen Winkel desto genauer findenwird, je größer man das kleinere Dreieck macht, je besser der Winkel-messer gearbeitet ist, und je mehr Sorgfalt man bei diesem Verfahrenanwendet. Die oben erwähnte trigonometrische Rechnung aber wird dieseResultate immer mit noch viel größerer Genauigkeit geben, daher eswünschenswerth wäre, sich damit näher bekannt zu machen, um so mehr,da sich diese Kenntnige so häufig mit Nutzen anwenden, und mit einigerAufmerksamkeit von jedem Leser in kurzer Zeit erwerben lassen.
Man findet auf diese Weise, daß die Tangente (Einl. §. 32) desW inkels t> oder I! gleich ist der Seite EI) dividirt durch III), oder daßmau hat
EI) ^ 30
^'"ig' Iw 15 "^
und wenn man nun in den oben (Einl. H. 32) erwähnten trigonometri-schen Tafeln den Winkel aufsucht, dessen Tangente gleich 2 ist, so findetman für diesen Winkel 63° 26' 5".82.
Um das Vorhergehende auf eine Beobachtung mit dem Gnomon an-zuwenden, wollen wir die allerälteste astronomische Beobachtung, dieüberhaupt auf uns gekommen ist, zu diesem Zwecke auswählen. DerJesuic Gaubil, der sich in der Mitte des vorigen Jahrhunderts langebei der Mission in China aufgehalten hat, berichtet uns aus einem al-ten chinesischen Manuscripte, daß der Kaiser Tschu-Kong in dem Jahre1100 vor dem Anfange der christlichen Zeitrechnung, also zur Zeit, alsCodrus in Arhen und David in Judäa lebten, die Höhe der Sonne inihren beiden Solstitien mit einem Gnomon beobachtet habe. Der Ortdieser Beobachtung war die Stadt Loyang, oder, wie sie heute genanntwird, Honan-Fu in der Provinz Honan, dem sogenannten Garten desReiches, dessen Hauptstadt Kai-fong-fu ist. Die Höhe seines Gnomonsbetrug 8 chinesische Schuhe über seiner horizontalen Basis, und die Längedes beobachteten Schattens war, nach der daran angebrachten Correctivn(wegen des Halbmessers der Sonne und der Refraction) 1.54 chinesischeFuß im Sommer- und 13.12 Fuß im Wintersolstitium. Ohne die wahreGröße des chinesischen Fußes zu kennen, kann man mit diesen Zahlennach dem so eben Erwähnten verfahren, wodurch man für die Solstitial-höhe der Sonne im Sommer 79° 6' 20" und im Winter 31° 22' 20"finden wird. Daraus folgt sofort (nach H. 48), daß die halbe Differenzdieser beiden Zahlen, oder 23° 52' 0" die Schiefe der Ekliptik, und diehalbe Summe derselben, oder 55° 14' 20" die Aequatorhöhe des Beob-