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Tagliche Bewegung der Erde
Bar Linien beträgt, und das; man für jede andere Breite die Langeibres Secundenvendels erhält, wenn man zu der vorhergehenden Größehie Zahl 2.386, durch das Quadrat des Sinus (Einl. H. 32) dieser Breitemul'tiplicirt, hinzu addirt. Daraus folgt zugleich eine sehr genaue Be-stimmung des Fallraumes der schweren Körper in der ersten Secunde ih-rer Bewegung. Am Aeguator erhalten nämlich die Körper am Ende derersten Secunde ihres Falles eine Geschwindigkeit, mit welcher sie, wennsie dieselbe auch ferner beibehielten, in jeder folgenden Secunde denRaum von 30.IN276 Par. Fuß zurücklegen würden. Für jede andereBreite aber erhält man die ihr entsprechende Geschwindigkeit, wenn manzu der vorhergehenden Größe die Zahl 6.16364, ebenfalls durch das Qua-drat des Sinns dieser Breite muttiplicirt, hinzu addirt.
Wir könnten uns mit diesem sehr schönen Beweise für die Rotationunserer Erde allerdings begnügen, da er der Art ist, daß er bei Keinem,der seinen Werth zu erkennen weiß, irgend einem Zweifel über ihn oderüber die Sache selbst weiter Raum geben könnte. Da aber der Gegen-stand für uns eben so interessant als wichtig ist, so wird es erlaubtseyn, ihn noch kurz von einer andern Seite zu betrachten.
H. 36. (Beständige Ostwinde.) Unsere Seeleute wissen sehr wohl,daß in der Entfernung von etwa zwanzig Graden vom Aeguator nord-wärts ein beständiger Nordostwind, und eben so weit vom Aeguator aufder südlichen Seite ein Südostwind beinahe durch das ganze Jahr weht,während nahe am Aeguator selbst diese Winde nicht bemerkt werden.Man nennt sie die tropischen Winde (vente« ulikö« oder truile-nZitck),und benützt sie gewöhnlich zur Ueberfahrt von Europa nach Amerika,indem man zuerst in gerader Richtung gegen Süden segelt, und sodann,wenn man in den Bereich dieser beständigen Ostwinde gekommenist, sich von ihnen nach West führen läßt. — Die Entstehung dieserWinde hängt unmittelbar von der Rotation der Erde ab. Die Zoneder Erde nämlich, die sich bis auf 23 Grade zu beiden Seiten des Aegua-tors erstreckt, ist, wie wir bald sehen werden, diejenige, deren Bewoh-ner die Sonne noch in ihrem Zenithe sehen können, und wo es folglicham wärmsten ist, daher sie auch die heiße Zone genannt wird. Indiesen Gegenden der Erde wird die sie umgebende Luft durch die größereTemperatur verdünnt, und daher leichter gemacht. Diese leichtere Lufterhebt sich über die benachbarte nördliche und südliche, kältere also auchdichtere Luft, und wenn sie eine genüge Höhe erreicht hat, so fließt sie,da sie an ihren Seiten nicht aufgehalten wird, gegen die beiden Polehinab. Auf diese Weise entsteht zu beiden Seiten des Aegnators, inden höheren Gegenden der Atmosphäre, ein beständiger Strom der Luftvon dem Aeguator nach den beiden Polen. Wenn aber diese Luft sichan dem Aeguator von der Erde erhebt, so muß sie daselbst einen ver-dünnten Raum zurücklassen, in welchen dann sofort die untere kältereund dichtere Lust von der Seite der beiden Pole eindringt, so daß alsoin der Nähe des Aeguators in den unteren Gegenden der Atmosphäreein beständiger Strom der kälteren Luft von den Polen gegen den Aegua-tor, und in den oberen Gegenden ein entgegengesetzter Strom der wär-meren Lust von dem Aeguator gegen die beiden Pole hin herrschen muß.Da aber die Atmosphäre, durch die Rotation der Erde von West nachOst, sich gewiß schon seit Jahrtausenden mit der Erde selbst in's Gleich-gewicht gesetzt hat, so wird jeder Theil der Atmosphäre dieselbe Nota-ttonsgeschwindigkeit mit seinem Parallelkreise haben, also auch die denPolen nähere Luft sich langsamer drehen, als die am Aeguator. Wenndaher tue untere Polarluft in der heißen Zone neben der Oberfläche der
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