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52
Tägliche Bewegung der Erde.
§. 3Z.
sich selbst überläßt, wegen der Wirkung der Schwere der Erde, eine ver-tikale "aae t ^V annehmen. Wenn man aber den immer gespannten Fa-den sammt seinem Gewichte aus dieser vertikalen Lage in eine an-dere EU bringt, oder das Gewicht gleichsam aufhebt, und es dann wie-der sich selbst überläßt, so wird es, durch dieselbe Wirkung der Schwere,wie die Erfahrung lehrt, wieder in die erste Lage zurückzukehren suchen,indem es, während der Faden immer gespannt bleibt, den Kreisbogenum den Mittelpunkt E beschreibt. Wenn aber das Gewicht wiederseinen tiefsten Punkt ^ erreicht, so hat es durch seinen Fall in demBogen eine gewisse Geschwindigkeit nach der entgegengesetzten Rich-tung erhalten, und diese Geschwindigkeit ist es, welche das Gewicht,
wenn es in ^ angekommen ist, auf der anderen Seite der vertikalen Li-nie t wieder aufwärts in den Bogen /»N' treibt, und zwar eben sohoch
gänzlich verloren, und sinkt daher, wegen der Anziehung der Erde, wie-der durch den Bogen U'^V, wie vorhin durch
den Bogen um, wennes in ^ mit der früheren Geschwindigkeit ankömmt, wieder in den Bo-gen aufwärts zu steigen. Auf diese Weise setzt das Gewicht seineSchwingungen oder seineu Hin- und Hergang durch den Bogen im-mer in denselben Zwischenzeiten so lange fort, bis endlich die Rei-bung des Fadens bei seinem Aufhängungspunkte E und der Widerstandder Luft, in welcher sich das Gewicht bewegt, dasselbe in seinem tiefstenPunkte ^ zur Ruhe bringt. Nimmt man, statt des Fadens, eineStahlftange ^.E, mit einer Oeffnung bei E, deren oberster Theil aufeiner horizontalen Messerschneide, oder auf der scharfen Kante einesPrismas von hartem Steine vscillirt, so können diese Schwingungen desPendels mehrere Stunden dauern, in welchen zwar der Bogen UU' im-mer kleiner wird, aber die Zeit des Hin- und Herganges des Gewichts,— und diese ist es, auf die hier alles ankommt, — immer dieselbebleibt.
Es ist für sich klar, daß die Zeit eines Schwunges des Pendelsdurch den Bogen desto größer seyn wird, je größer die Länge desFadens ist, und ebenso, daß, bei derselben Fadenlänge, die Zeit desSchwunges desto größer seyn, oder daß das Pendel desto langsamer ge-hen wird, je kleiner die Kraft ist, welche diese Bewegung des Pendelshervorbringt, d. h. je kleiner die Schwere der Erde ist. ^lus dieser Ur-sache mußte daher Richer's Pendel in Cayenne, in der Nähe des Aequa-tors, wo bei der rotirenden Erde die Schwungkraft am größten, alsodie Schwere am kleinsten ist, zu langsam gehen, und er war daher ge-zwungen, es zu verkürzen , um ihm denselben Gang wieder zu geben,welchen es früher in Paris unter der größeren Breite oder unter dergrößeren Schwere dieser Stadt hatte.
Am einfachsten wäre es, die Länge des Fadens so lange zu ändern,oder was dasselbe ist, das Gewicht an der erwähnten Metallstange auf-und abwärts zu bewegen, bis das Pendel jede seiner Oscillationen durchden Bogen genau in einer Zeitsecunde zurücklegt, wo es dann einSecundenpendel genannt wird. Man hat gefunden, daß die Länge ei-nes solchen Pendels unter dem Aequator nahe 439.207 unter den Polenaber 441.593 Pariser Linien beträgt, deren 144 auf einen Fuß gehen.Dieser Unterschied von nur 2.386 Linien ist allerdings sehr klein, aberman kann ihn durch die Art, auf welche diese Pendel beobachtet werden,
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