^ Tägliche Bewegung der Erde. tz. 24.
rend die der Schwungkraft in der Ebene des Parallelkreises liegt, dernicht durch den Mittelpunkt der Erde geht. Die Folge davon ist, daßdie Schwere der Erde nicht bloß im Verhältniße der Halbmesser der Pa-rallelkreise, sondern daß sie langsamer vermindert wird, d. h., daß siegegen die Pole zu schneller wachst, weil sie nämlich nicht durch die ganzeSchwungkraft, wie am Aeguator, sondern, wegen der schiefen Lage der-selben, nur um einen Theil dieser Schwungkraft vermindert wird. Daaber diese Theile sich ebenfalls wie die Halbmeßer der Parallelkreise ver-hallen, so nimmt auf der um ihre Axe rotirendeu Erde die immer gegenihren Mittelpunkt gerichtete Schwere zu, wie das Quadrat der Halbmes-ser der ParaUelkreise.
Die folgende kleine Tafel gibt, für verschiedene Entfernungen vomAeguator oder für verschiedene Breiten, die Größe der daselbst Stattfindenden Schwere, wie sie unmittelbar aus der vorhergehenden Betrach-tung abgeleitet wurde:
Breite in Graden.
Sckwere in Par. Fnsi.
0
80.!028
2«
30.1150
40
30.!458
60
30.1808
80
30.2037
90
30.2068
Allein diese Zahlen find blos durch Rechnung gefunden worden, in-dem man die Rotation der Erde als bereits gegeben voraussetzte, undbloß auf theoretischem Wege die Folgen suchte, welche diese Rotationin Beziehung auf die Erscheinung der Schwere der Erde in verschiedenenPunkten der Oberfläche derselben haben würde. Wenn man daher auchdiese Unterschiede der Schwere auf der Erde unmittelbar beobachtenkönnte, und wenn dann die Resultate dieser Beobachtungen mit den Er-gebnissen der vorhergehenden Rechnung übereinstimmend gefunden wür-den, dann dürften wir auch diese Harmonie als einen ferneren, undzwar sehr schönen Beweis für die Umdrehung der Erde selbst betrachten.Allein wie sollen wir diese Schwere der Erde in verschiedenen Punktenihrer Oberfläche messen ?
H. 24. (Masse und Dichtigkeit der Körper.) Der Mittel dazu gibtes manche, aber sie sind nicht alle der Art, daß wir viel Gutes vonihnen zu hoffen hätten. Und hier begegnen wir einem andern Umstände,der nur zu oft in der Astronomie und überhaupt in allen Naturwissen-schaften vorkömmt, und uns nicht selten in große Verlegenheit setzt.In der Mathematik und in anderen positiven Dvctrinen ist es genug,einen Satz bewiesen oder ein gegebenes Problem richtig aufgelöst zu ha-ben, um von der Wahrheit der Sache, die man sucht, überzeugt zu seyn,und so lange es nur um diese Wahrheit, als um die Hauptsache, zuthun ist, dürfen wir uns sehr wenig darum kümmern, ob die von unsgefundene Auflösung auch zugleich die eiufachste, die kürzeste oder die ele-ganteste nach ihrer äußeren Form seyn mag, da es zu unserem Zwecke