2Z. Tägliche Bewegung der Erde. ZZ
Mechanik sehr leicht, die daraus entstehende Eentrifugalkraft jedes Punk-tes seiner Peripherie zu finden. Diese ist nämlich gleich der Zahl .39.4784multiplicirt mit dem Halbmesser des Kreises und dividirt durch das Qua-drat seiner Umlaufszeit. Der Halbmesser des Aequators ist nach demvorhergehenden 8.>9.4 Meilen, oder in runder Zahl 19630000 Par. Fufiund die Umlaufszeit demselben oder die Länge des Tages ist nahe 24Stunden oder 8640V Secunden, woraus man leicht die Centrifngalkraftgleich 0.104 Par. Fuß findet, d. h. wenn die Erde nicht um ihre Axerotirte, so wurde die jetzt beobachtete Schwere derselben am Aequator,die nach dem vorhergehenden 30.1028 Par. Fuß beträgt, um 0.104 Fußgrößer, oder sie würde 30.2068 Fuß betragen.
Der Unterschied dieser Schweren bei der ruhenden und bei der be-wegten Erde ist, wie man sieht, nicht eben sehr bedeutend, da er nur'/-«A der in der That beobachteten Schwere beträgt. Die Ursache diesergeringen Differenz ist die noch immer langsame Bewegung der Erde.Wenn aber die Geschwindigkeit ihrer Rotation größer, oder mit ande-ren Worten, wenn die Länge unseres Tages kürzer wäre, so würde da-durch die Centrifngalkraft der Erde größer und endlich so groß, als dieSchwere selbst, werden können. Der letzte Fall würde eintreten, wennunser Tag nahe 17 Mal kürzer wäre, oder wenn er statt 24 Stundennur Ich,« unserer gegenwärtigen Stunden betrüge. Dann würden alsodie Körper, wenn sie unter dem Aequator sich selbst überlassen werden,nicht mehr zur Erde fallen, sondern in jedem Punkte über der Erde freistehen bleiben, ohne weiter einer Unterstützung zu bedürfen. Eine nurnoch etwas vermehrte Geschwindigkeit der Notation der Erde würde end-lich alle Körper auf ihr, wenn sie nicht an ihrer Oberfläche befestigtsind, von derselben entfernen, oder die Körper würden dann, etwa wiejetzt ein unter dem Wasser eingetauchter Kork, frei von der Erde weg-steigen, so wie sie jetzt, wenn sie nicht unterstützt werden, zu ihr hin-fallen.
Diese Schwungkraft aber, welche die Schwere der Körper am Aequa-'tor nm vermindert, wird schwächer, je weiter man sich auf derOberfläche der Erde von dem Aequator zu beiden Seiten deßelben ent-fernt. Ihre Richtung liegt nämlich, wie bereits gesagt wurde, für je-den Punkt der Erde, in der Ebene des Parallelkreises dieses Punktes,und ist dem Halbmeqer dieses Parallelkrestes proportionell.
Je kleiner daher mir der Annäherung zu den beiden Polen die Pa-ralleUreise der Erde werden, desto kleiner wird auch die Schwungkraft,und an den beiden Polen selbst verschwindet sie gänzlich, weil dort auchdie Halbmeßer der Parallelkreise verschwinden. An den beiden Polen istdaher die beobachtete Schwere gleich 30.2058 Fuß, oder jo P'H',sie bei einer nicht rotirenden Erde ans allen Punkten ihrer Oberflache
seyn würde. . c,, .
Während aber die Schwungkraft von dem Aequator zu den Polen
wie die Halbmesser der Paralletkreste abnimmt, nimmt die Schwere derErde nicht in demselben Verhältniße zu. Dieß würde nur dann der Hallseyn, wenn diese beiden Kräfte in ihren Richtungen einander immer ent-gegengesetzt wären. Allein das sind sie nur am Aequator, wo cie eineKraft, die Schwere, die Körper senkrecht abwärts, und die andere, dieSchwungkraft, dieselben ebenfalls senkrecht aufwärts treibt.
In allen übrigen Punkten der Erdoberfläche aber bilden diese beidenRichtungen immer größere Winkel, je näher man gegen die Pole zugeht, weil die Richtung der Schwere, ihrer Natur nach, gegen den Mit-telpunkt, also überalt senkrecht auf die Oberfläche der Erde, wirkt, wah-