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tägliche Bewegung der Erde.
§. 23
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Anfange des achtzehnten Jahrhunderts neue Methoden zn diesem Zwecke,entworfen und mit vielem Aufwande an Zeit und Kosten auch in der
Gestalt derselben auf das Genaueste zu bestimmen gesucht. Die Resul-tate dieser Vermessungen vereinigen sich dahin, daß die Erde allerdings,wie man bisher angenommen hat, einer Kugel sehr ähnlich, aber dochkeine eigentliche Kugel im strengsten geometrischen Sinne des Wortes,sondern daß sie ein Körper ist, der durch die Umdrehung einer demKreise sehr nahen Ellipse um ihre kleine Are, entsteht. Nach den neue-sten Bestimmungen fand man im Mittel aus allen jenen Beobachtun-gen , daß die halbe kleine Are dieser Ellipse oder die Entfernung des^Mittelpunktes der Erde von jedem ihrer Pole 856.55, und daß die halbegroße Are der Ellipse oder der .Halbmesser ihres vollkommen kreisförmi-. gen Aequators 859.44 geogr. Meilen beträgt, wo die geographische Meilegleich dem fünfzehnten Theile eines Grades von dem Umfange des Erd-äquators oder gleich 2284t.8 Par. Fuß angenommen wird. Demnachhat also die Erde in der That an ihren beiden Polen eine Abplattungvon nahe drei Meilen, und diese Abplattung gibt uns nicht nur einendirecten Beweis für die Existenz der Rotation der Erde, sondern sie be-stätigt auch im Allgemeinen die Richtigkeit unserer früheren Voraus-setzung, nach welcher die Erde einer vollkommenen Kugel wenigstens sehrähnlich ist, da die äußerst geringe Abplattung der Erde nur den 286stenTheil ihres Halbmessers beträgt, eine Größe, die wir auch bei unserenbesten Globen noch nicht mit freiem Auge unterscheiden können, und diedaher auch, selbst bei unseren besten und größten Landkarten , als eineganz verschwindende Größe nicht weiter berücksichtigt wird.
H. 23. (Verschiedenheit der Schwere (Ulf der Erde.) Wir alle wissen,daß die Körper auf der Oberfläche der Erde, wenn sie ihrer Unterstützungberaubt werden, in einer senkrechten Richtung gegen diese Oberfläche fal-len, und daß sie unter dem Aequator am Ende der ersten Secunde durchdiesen Fall eine Geschwindigkeit erhalten, vermöge welcher sie, wenn siediese Geschwindigkeit auch ferner beibehielten, in jeder folgenden Secundeeinen Raum von 30.1028 Par. Fuß zurücklegen würden. Welches immerdie Ursache dieser Bewegung seyn mag, man wird sie in der Erde selbstund zwar, da sie gegen den Mittelpunkt derselben gerichtet ist, in die-sem Mittelpunkte suchen müssen; man wird sie gleichsam als eine Kraftdarstellen können, welche in diesem Mittelpunkte der Erde ihren Sitthat, und welche von da aus alle Körper an sich zu ziehen sucht. Mannennt sie daher die Anziehungskraft der Erde, oder auch mit einemgewöhnlichen Worte, die Schwere derselben.
Diese Schwere der Erde ist also unter dem Aequator, wenigstens inihrer Richtung, der oben betrachteten Centrifugalkraft derselben geradeentgegengesetzt, da beide Kräfte in der Ebene des Aequators, und zwarin der Richtung des Halbmessers der Erde, in welchem der fallende Kör-per ist, liegen, und da die erste den Körper zu dem Mittelpunkte derErde herabzieht, während die zweite ihn, wie wir so eben gesehen haben
würde.
^ Wenn man aber den Halbmesser eines Kreises, und überdieß dieoeit seiner Rotation kennt, so ist es, ans den ersten Grundsätzen der
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