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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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Tägliche Bewegung der Erde.

§. 21.

ist, die Declination gegen Osten volle IV76 Par. Linien, oder 7 Fuß5 Zoll 8 Linien, während auch hier die südliche Abweichung noch sehrklein seyn und nur 0.88 Linien betragen würde.

H. '21. (VI. Aus der (Zentrifugalkraft dcr Erde.) Sollte aber dieseUmdrehung der Erde um ihre Axe, die doch so schnell ist, daß jederPunkt des Aequators in nahe 16 Secunden schon eine deutsche Meilezurücklegt, nicht irgendwo auf der Oberfläche derselben Spuren hinter-lassen, an welchen man sie erkennen, und von welchen man daher, alsvon beobachteten Wirkungen, auf die Ursache derselben, auf die Rota-tion der Erde selbst, wieder zurückschließen könnte? Es ist bekannt,daß, wenn ein Körper schnell in der Peripherie eines Kreises herumge-trieben wird, alle Theile desselben ein Bestreben äußern, sich von demMittelpunkte desselben zu entfernen. Dieses Bestreben, das man dieSchwungkraft, oder die Centrifugalkraft der rotirenden Körpergenannt hat, diese Kraft ist es, welche das Band einer geschwungenenSchleuder spannt, und^den Stein in derselben zurückhält, so daß er,selbst wenn er in seinem Schwünge senkrecht über uns und ohne Unter-stützung ist, nichr zur Erde herabfallen kann. Wenn wir eine an einemFaden befestigte Kugel schnell im Kreise herumführen, so wird, der Fa-den dadurch gespannt und endlich sogar zerrissen, wenn die Bewegungder Kugel zu schnell wird. Wenn wir einen zum Theil mit Wäger ge-füllten Eimer an eine verticale Schnur hängen, so steht, so lange derEimer in Ruhe bleibt, die Oberfläche des Wallers in demselben vollkom-men horizontal. Sobald aber der Eimer nm seine immer verticaleSchnur, als um eine Axe gedreht wird, erhebt sich das Waller, da eswegen der entgegenstehenden Wände des Gefäßes nicht entfliehen kann,an den Wänden des Eimers immer mehr, je schneller die Bewegungwird, während die früher horizontale Oberfläche desselben in seiner Mittesich vertieft und concav wird. Eine sehr schnelle Bewegung des Eimersum seine Schnnr wird endlich alles Wasser über die Wände des Eimersheraustreiben und denselben ganz trocken machen. Bringt man an dieStelle des Eimers eine ebene, mit Sand bedeckte, horizontale Scheibe,die an der verticalen Schnnr befestigt ist, und dreht man die Scheibeschnell um die Schnur, so wird der auf ihr liegende Sand sofort in Be-wegung kommen, sich immer weiter von der Schnur, d. h. vom Mittel-punkte der Scheibe, entfernen, und endlich ganz von ihr wegfliegen.Wenn man einen kreisrunden, elastischen Ring an einen Stift steckt,der in der Ebene dieses Ringes durch den Mittelpunkt desselben geht,und wenn man dann den Ring schnell um den Stift, als um seine Are,dreht,^ so wird der anfangs kreisförmige Ring sogleich eine ovale oderelliptische Gestalt annehmen, indem diejenigen Theile desselben, die amweitesten von dem Stifte abstehen, also die schnellste Drehung erleiden,sich auch am meisten von der Drehungsaxe zu entfernen streben, währenddie dem Stifte näheren Theile, wegen ihrer geringeren Bewegung, auchdieses Bestreben sich von ihm zu entfernen, in einem geringeren Maßeäußern, bis endlich die beiden Pole des Ringes, durch welche die Axegeht, und die gar keine Bewegung erleiden, chuch von jener .Kraft nichtweiter afficirt werden. Wenn man endlich eine weiche Kugel von nas-sem Thone auf die Töpferscheibe bringt und die Scheibe rasch umdreht,so sinkt sofort der höchste Punkt, der eine Pol der rotirenden Kugel,näher zur Scheibe, oder zu dem Mittelpunkte der Kugel, während dieTheile derselben um den Aequatvr sich immer mehr aufblähen und vondem Mittelpunkte sich entfernen, so daß endlich die Kugel die Gestalteiner Pomeranze oder eines an seinen beiden Polen eingedrückten oder