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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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§. 2<i. Tägliche Bewegung der Erde. 41

der Erde ist, also auch einen größeren Kreis um denselben beschreibt,als der dem Mittelpunkte nähere Fuß des Thurmes. Da also der Steindiese schnellere Bewegung nach Osten während seines Falles beibehält, sowird er auch, wenn er die Erde erreicht, einen größeren Weg nach Ostenzurückgelegt haben, als der Fnß des Thurmes, und daher östlich vondiesem Fuße niederfallen.

Die königliche Gesellschaft, welcher Newton's Schreiben vorgelegtwurde, setzte einen großen Werth auf die darin vorgetragenen Ideenund trug ihrem Secretär auf, darüber unmittelbare Experimente anzu-stellen. Hooke war nicht nur ein Mann von ausgezeichnetem mathema-tischen Talente, sondern auch ein ganz vorzüglicher Beobachter, daher esihm auch gleich bei der ersten Betrachtung des Gegenstandes, dessen Aus-führung ihm überlassen war, nicht entging, daß Newton's Darstellungnicht vollständig sey, und daß, wenn die Erde in der That rotire, derStein nicht bloß eine Abweichung gegen Osten, sondern auch, wenigstensaußer dem Aequatvr, noch eine, obschon geringe, Abweichung gegenSüden zeigen müße. , H F^

Newton bezeugte sofort die Richtigkeit dieser Bemerkung in seinerAntwort an Hooke, und bemerkte zugleich, daß, wie seine weiteren Rech-nungen über diesen Gegenstand zeigen, die Bahn des fallenden Körpersbei der rotirenden Erde eine Spirale sey. Allein auch diese Erweiterungfand Hooke unrichtig, indem er aus seinen mit großer Umsicht gestell-ten Rechnungen folgerte, daß jene Bahn des fallenden Körpers im freienRaume eine Ellipse ist. Diese Bemerkung kann für uns in doppelterRücksicht interessant seyn, weil sie es war, die Newton später auf dieEntdeckung der allgemeinen Schwere leitete, und weil wir daraus zu un-serem Troste lernen mögen, daß auch Männer dieser Art zuweilen feh-len können.

Hooke's Versuche führten übrigens zu keinem entscheidenden Resul-tate, weil er seine Fallhöhen viel zu gering genommen hatte. Im Jahr1791 wiederholte Gulielmini dieselben Versuche auf dem Thurme Asinelliin Bologna, der eine Fallhöhe von 211 Fuß darbot; allein auch dieseVersuche gelangen nicht, weil der Luftzug im Innern des Thurmes ei-nen störenden Einfluß darauf hatte. Eigentlich war ein solcher Beweisüberflüssig, da die Sache bereits über alle Zweifel erhoben war, und daman, wie wir bald sehen werden, andere, nicht minder tirecte Vergliche,die als vollkommen genügend gelten konnten, schon früher angestellthatte. . '

Dessenungeachtet übernahm es noch Benzenberg im I. 1802,dasselbe Experiment auf dem Michaelisthurme in Hamburg und in demKohlenschachte zu Schlehbusch, in der Grafschaft Mark, zu wiederholen.Er fand, an dem ersten dieser Orte, bei einer Fallhöhe von 205 Fußeine östliche Abweichung von 1 Par. Linien, und an dem zweiten beieiner Fallhöhe von 200 Fuß eine Abweichung von nahe 5 Linien nachOsten, welche beide Resultate nahe genug mit der darüber ausgestelltenTheorie übereinstimmten. Nach dieser sollte nämlich in Hamburg dieöstliche Ausweichung 0.870 Par. Linien, also nur 0.122 Linien wenigerbetragen, als die Beobachtung gab. Die oben erwähnte südliche Decli-nation ist, jener Theorie zufolge, für eine Fallhöhe von 235 Fuß nur0.0005 einer Linie, also ganz uumerklich, wie denn auch Benzenbergkeine solche Abweichung gegen Süden gefunden hat. Für größere Fall-höhen würden jene Abweichungen viel beträchtlicher seyn. So wäre z. B.für eine Fallhöhe von 10000 Fuß, die nahscher Höhe des Aetna gleich